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Sammlung Diakonie

Über die Dauer von einem Jahr entsteht eine Sammlung von 52 Begriffen samt Erläuterungen aus dem Themenfeld Diakonie. Wöchentlich kommen neue Begriffe hinzu, die diese Sammlung Stück für Stück ergänzen und vervollständigen.


Der Diakonie geht es insbesondere um den Dienst an hilfebedürftigen Menschen. In Form sozialer Arbeit ist es den evangelischen Kirchen dabei ein Anliegen, die Lebensverhältnisse von Menschen zu verbessern, die arm, krank, ausgegrenzt oder benachteiligt sind. Mit vielfältigen Aufgaben betraut, arbeiten heute rund 600.000 Beschäftigte und 700.000 Freiwilligen für die Diakonie Deutschland. In Zeiten von Kriegen, Krisen und unsicheren Zeiten wie stetig wachsender rechtspopulistischer Bewegungen soll das Projekt ”Sammlung Diakonie" einen Impuls in unsere Gesellschaft geben für mehr Zusammenhalt und Miteinander, gegenseitige Wertschätzung und Respekt”, betont der Leiter des WORTMUSEUM Kay Rohn.


Zur Sammlung sind zum Ende des Jahres 2024 eine Wanderausstellung der Begriffe im realen Raum sowie eine Dokumentation dieser Ausstellung geplant. Dafür werden die Begriffe an unterschiedlichen Orten platziert und formen den jeweiligen Raum durch ihre immer neue Ausgestaltung selbst mit. Die Begriffe werden so unterschiedlich und neu erfahrbar gemacht.

Partner der Sammlung Diakonie

Gahnz Stiftung

1

#fürbitte

Gebet für jemand anderen, sowohl im persönlichen Gebet als auch innerhalb der kirchlichen Liturgie. Bei der Fürbitte trägt eine Mittlerperson einem Menschen oder Gott Anliegen einer anderen Person mit der Bitte um Hilfe vor.

2

#mutterhaus

Stammhaus und Ausbildungsstätte für die Diakonissen

3

#diakonissenanstalt

Ein Diakonissenhaus, auch Diakonissenmutterhaus oder Diakonissenanstalt, ist eine Einrichtung der evangelischen Diakonie bzw. der Inneren Mission, in dem Diakonissen leben, von dem sie ausgesandt (mit Tätigkeiten extern beauftragt) und in dem sie zur Diakonisse und den damit verbundenen Tätigkeiten ausgebildet werden.

4

#haube

Hauben stellten den Rang dar. Die Haarpracht einer Frau galt als aufreizend – deswegen musste sie nach der Heirat unter einer Haube "versteckt" werden. Diese war von nun ein fester Bestandteil der weiblichen Kleider und signalisierte "geordnete Zustände", Wohlanständigkeit und Würde.

5

#diakonie

Unter Diakonie (altgriechisch διακονία diakonía ‚Dienst‘, vgl. auch διάκονος diákonos ‚Diener‘) versteht man alle Aspekte des Dienstes am Menschen im kirchlichen Rahmen. Als eigener Begriff für die Wahrnehmung sozialer Verantwortung durch die evangelischen Kirchen im Rahmen institutionalisierter eigener sozialer Dienste hat es sich erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt.

6

#barmherzigkeit

Die Barmherzigkeit  ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich ihrer mildtätig an.

7

#einkehrtage

Ist die Bezeichnung für eine kürzere Zeit der Besinnung und des Gebetes, eben der inneren Einkehr.

8

#tracht

Die Tracht der Schwestern entsprach der Kleidung einer verheirateten Bürgersfrau Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie stellte die Diakonisse dieser gleich und bot somit Schutz.

9

#diakoniegroschen

In der Wochenzeitung „Die Zeit“ war in der Ausgabe 47/1948 zu lesen: „Das Hilfswerk der evangelischen Kirche in Deutschland, eine der größten sozialen Einrichtungen der Nachkriegszeit, ist nach der Währungsreform in große Schwierigkeiten geraten. Dieses Hilfswerk hat nach dem Krieg Not und Hunger in allen deutschen Ländern gelindert, die Heimkehrer betreut, Kirchen wieder aufgebaut, mittellosen theologischen Nachwuchs unterstützt. Seine Wirkung erstreckt sich bis in alle Zweige des öffentlichen und privaten Lebens, so daß seine jetzigen Schwierigkeiten die gesamte Öffentlichkeit beunruhigen müssen. Aber das Evangelische Hilfswerk hat Wege gefunden, auf denen man die gegenwärtige Krise zu überwinden hofft: Die Idee des ‚Diakoniegroschens‘ entstand und wird augenblicklich realisiert. Der ‚Diakoniegroschen‘ ist eine Spende der Gläubigen, die über den finanziellen Ertrag hinaus das Gefühl für eine tatkräftige christliche Nächstenliebe erneuern soll.“

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#siechenhaus

"Am Anfang war das Siechenhaus. Dass sich Patienten in ein Krankenhaus begeben und dieses nach einigen Tagen oder Wochen geheilt wieder verlassen, ist eine Erfindung des 18. Jahrhunderts. Zuvor kamen Menschen nur zum Sterben in die Bettensäle, in denen Schwestern ihre Wunden versorgten und ihnen Knebel in den Mund schoben, wenn sie schrien. Nicht jeder Patient hatte ein Bett für sich, und dass Lebende neben Toten lagen, war auch keine Ausnahme. Mit solchen Szenen begann die Geschichte der Krankenpflege.” Düsseldorfer Pflegemuseum

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#johannhinrichwichern

Der Theologe Johann Hinrich Wichern, hatte 1833 ein altes Bauernhaus vor den Toren Hamburgs bezogen und hier das „Rauhe Haus“ gegründet. Es wurde zur Heimat für verwahrloste und verwaiste Kinder aus den Hamburger Elendsvierteln. Angesichts der zunehmenden Not vieler Menschen im 19. Jahrhundert verfocht Wichern das Konzept der "Inneren Mission" der evangelischen Kirche, aus der später das Diakonische Werk hervorging. Er sprach sich für "das Bekenntnis des Glaubens durch die Tat der rettenden Liebe" aus. Christliche Verkündigung und soziales Engagement waren für ihn eine Einheit.

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#oberin

Im sozialen, karitativen und diakonischen Bereich wurden und werden Schwesternschaftenvon Oberinnen geleitet.

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#christlicherliebesdienst

Organisierte evangelische Sozialarbeit

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#wichernkranz

Es waren die Straßenkinder des beginnenden Industriezeitalters, denen der Pädagoge, Evangelische Theologe und Begründer der Evangelischen Diakonie Johann Hinrich Wichern, damit die Zeit bis Weihnachten verkürzen wollte. Jeden Tag im Advent wurde an einem großen Wagenrad eine Kerze entzündet. 1839 entstand so im ersten Haus der Diakonie der erste Adventskranz.

15

#rauhehaus

Im Jahr 1833 gründete Johann Hinrich Wichern "zur Rettung verwahrloster und schwer erziehbarer Kinder" in Hamburg das "Rauhe Haus" - eine Reetdach-Kate mit viel freiem Gelände in der Umgebung. Mit zunächst zwölf "Zöglingen" startete er die Betreuung unter familienähnlichen Strukturen. Angesichts der zunehmenden Not vieler Menschen im 19. Jahrhundert verfocht Wichern das Konzept der "Inneren Mission" der evangelischen Kirche, aus der später das Diakonische Werk hervorging.

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#kaiserswerther

Im Jahr 1861 wurde die Kaiserswerther Generalkonferenz als internationaler Zusammenschluss aller Diakonissenmutterhäuser gegründet, in der 13 Diakonissenmutterhäuser aus Europa mit insgesamt 700 Diakonissen zusammengeschlossen waren. 1909 waren es bereits 81 Mutterhäuser mit mehr als 18.000 Diakonissen.

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#pfennigbüchse

Spendenbüchse

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#inneremission

Als „offizielle Geburtsstunde der Inneren Mission“ gilt der erste gesamtdeutsche Kirchentag in Wittenberg im September 1848, als Johann Heinrich Wichern das Programm einer Inneren Mission vorstellte. Ab 1849 wurden die Aktivitäten der freien Vereine und Anstalten zur organisierten evangelischen Sozialarbeit durch Wichern im „Centralausschuß für innere Mission der deutschen ev. Kirche“ organisatorisch, geeinigt und koordiniert. Mit Hilfe der Inneren Mission wollte Wichern eine Regeneration und Reformation der Gesellschaft durch das Christentum befördern. Die Hilfsmaßnahmen sollten auf das gesamte Volk ausgeweitet werden, gleichgültig welcher Konfession oder Glaubensrichtung man angehörte.

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#demut

Liebe zum Dienen, tiefe Bescheidenheit.

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#gemeindeschwester

In der Dienstordnung der Diakonissen des Mutterhauses Sarepta an Bethel von 1901 sind die Aufgaben der Gemeindeschwestern dann auch so beschrieben: „Die Kraft und Zeit der Diakonissen gehört stets in erster Linie den armen Kranken. Wenn keine armen Kranken zu pflegen sind, oder die auf die Pflege der armen Kranken verwendete Zeit so einzurichten ist, dass der Diakonisse noch freie Zeit verbleibt, so darf sie auch bei andern Gliedern der Gemeinde Krankenpflege oder einzelne Hilfsleistungen verrichten – ganz besonders aber sich der weiblichen Jugend der Gemeinde annehmen.“ Der frühere Schwerpunkt einer Gemeindeschwester in pflegerischer Unterstützung hat sich inzwischen auf die ambulanten Pflegedienste verlagert.

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#kronenkreuz

Das Kronenkreuz wird heute weiterhin als Zeichen der Ermutigung für die Mitarbeitenden in der Diakonie gesehen: das Kreuz als Hinweis auf Not und Tod, die Krone als Zeichen der Hoffnung und Auferstehung. Das Kronenkreuz ist das Zeichen des Diakonischen Werkes in Deutschland sowie der Diakonie Österreich, der Polnischen Diakonie und des europäischen Verbandes Eurodiaconia.
Es wurde von Richard Boeland 1925 für die Innere Mission entworfen.

22

#brotfürdiewelt

Brot für die Welt leistet seit mehr als 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Als weltweit tätiges Entwicklungswerk der Kirchen in Deutschland ist Brot für die Welt in mehr als 90 Ländern aktiv. Ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit ist die Ernährungssicherung.

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