Für die 1. Liga – BTSV

Die erste Bundesliga-Saison unserer Eintracht nach 28 Jahren liegt hinter uns 

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Werte schaffen Wert

Vortrag von Sven Korndörffer anlässlich der Ausstellung "Kabinett Finanzen"

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Das Kabinett Finanzen

ein Projekt vom Wortmuseum und der Braunschweigischen Landessparkasse - der Artikel aus der regjo-Ausgabe 2/2012 berichtet

 

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Günter Grass im WORTMUSEUM

 

 

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Wortwettbewerb tausche

 

 

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vor67nach

01.Amigo

"Wer war eigentlich Amigo?" Gerhard Elfert, alias "Amigo", war von 1967 - 1971 Spieler bei Eintracht Braunschweig. Elfert bestritt für Eintracht Braunschweig 55 Spiele mit 4 Toren. Gerhard ("Amigo") Elfert, der für Borussia Mönchengladbach und Eintracht Braunschweig insgesamt 97 Bundesligaspiele bestritt, bevorzugte das technisch gute Spiel. Im zweiten Jahr in Mönchengladbach, 1966/67, bildete er zusammen mit Günter Netzer und Herbert Laumen die Stammbesetzung im Mittelfeld der Borussia. Heute lebt der 72-Jährige in Wiehl bei Gummersbach. 07.03.2014. Braunschweig/Wiehl. Telefoninterview mit "Amigo": Kay Rohn: Herr Elfert, Sie haben weiland in Braunschweig Fußball gespielt. Gerhard Elfert: Ja, das war gefühlt vor hundert Jahren. Kay Rohn: Im Wortmuseum in der Ausstellung vor67nach sammeln wir Wörter/Begriffe aus dem Umfeld Eintracht Braunschweig. Wie kam es zu dem Namen "Amigo"? Gerhard Elfert: Den hatte ich schon in der Kindheit. Wir schauten natürlich nach Italien und Spanien und hatten dort unsere Vorbilder. Ich hatte ja auch dunkle Haare und hieß damals schon "Amigo". Das ist nicht erst später entstanden.  Kay Rohn: Herr Elfert, sind Sie denn noch ab und zu in Braunschweig? Gerhard Elfert: Nein, leider überhaupt nicht. Wie hieß noch einmal der kleine Mittelstürmer damals? Kay Rohn: Sie meinen Sabo, Gerd Saborowski?  Gerhard Elfert: Ach ja, Gerd Saborowski. Kay Rohn: Und im Businessbereich im Eintracht-Stadion gibt es zu den Spielen immer den 67er-Tisch unter anderem mit Schmidt, Meyer, Gerwien und "Schnippel"-Brase. Gerhard Elfert: Grüßen Sie alle in Braunschweig, die mich noch kennen. Kay Rohn: Herr Elfert, vielleicht schaffen wir es ja, dass Sie innerhalb des Projektes SAMMLUNGFUSSBALL, wieder einmal nach Braunschweig kommen. Gerhard Elfert: Sehr gerne! Kay Rohn: Vielen Dank für das Gespräch Herr Elfert. (bk)

02.Lotte

alias Lothar Ulsaß (* 9. September 1940 in Hannover; † 16. Juni 1999 in Wien) war ein deutscher Fußballspieler, der mit Eintracht Braunschweig in der Saison 1966/67 Deutscher Meister wurde. Braunschweigs Meistertrainer Johannsen über seinen "Lotte": „Lothar Ulsaß war unser Strahlemann, der positiven Einfluss auf die gesamte Mannschaft ausübte und jederzeit zu einem Spaß aufgelegt war. Auch außerhalb des Spielfeldes stellte er eine Persönlichkeit dar, die von jedermann geachtet wurde.“ Der Spiegel berichtete 1966 über ihn: "Um der Sturmschwäche abzuhelfen, engagierte der Klub 1964 seinen einzigen Star, Lothar Ulsaß aus Hannover. Der HSV hatte Ulsaß zu Verhandlungen nach Hamburg bestellt. Die Braunschweiger besuchten ihn in Hannover. Sie nahmen ihn sofort auf ihre nächste Wettkampfreise mit. Als Nationalspieler durfte Ulsaß ein erhöhtes Gehalt von 2500 Mark verlangen. Die Braunschweiger Stammspieler erhalten einheitlich - um leistungsmindernde Rivalität zu vermeiden - 1200 Mark Gehalt. Sie nahmen ihren höher bezahlten Kollegen neidlos auf, weil mit Ulsaß ihre Chancen wuchsen, selbst die Bundesliga-Pfründe zu erhalten. Die Torquote stieg."

03.Rheingoldarena

„Rheingoldarena“ wird der Fußballplatz neben dem Eintracht Braunschweig Stadion genannt. Der Platz befindet sich an der Rheingoldstraße einer Nebenstraße der Hamburger Straße. Der Eintracht Braunschweig B Platz fasst 2000 Zuschauerplätze. Hier werden traditionell die Spiele der „Zweiten“ (Oberliga) ausgetragen. 

04.Derbysieger

Gewinnt bei einem prestigeträchtigen Traditionsduell wie beim Niedersachsenderby eine Mannschaft, wird sie als Derbysieger bezeichnet. Am letzten Wochenende, dem 29. Spieltag, konnte Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 einen 3:0 Sieg für sich verbuchen und sich nun als Derbysieger bezeichnen. Es war das 120. Niedersachsenderby. Auf der offiziellen Internetseite der Bundesliga war am Sonntagabend folgendes zu lesen: „Braunschweig - Es war mehr als nur ein einfacher Heimsieg - es war der Derbysieg. Die Fans von Eintracht Braunschweig waren nach dem Abpfiff in Ekstase und feierten ihre Mannschaft minutenlang mit Standing Ovations. Mit 3:0 schickten die Braunschweiger Hannover zurück in die Landeshauptstadt (Spielbericht). Das emotionale Duell der beiden Rivalen sah im Eintracht-Stadion einen klaren Sieger, der jetzt den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze geschafft hat. 

05.Hubertushirsch

Der Name Hubertushirsch geht zurück auf Hubertus von Lüttich (* um 655 in Toulouse; † 30. Mai 727 in Tervuren, bei Brüssel, Belgien) ein wilder Jäger, der wahllos Kreaturen des Waldes erschoss. Eines Tages erschien ihm ein weißer Hirsch mit strahlendem Kreuz im Geweih, der ihn bekehrt. Er tritt in den Dienst der Kirche und lebt ein gottgefälliges Leben. Deshalb wird Hubertus als Schutzpatron der Jagd angesehen. Der Hubertushirsch ist seit 1935 eingetragenes Markenlogo von „Jägermeister“. Jägermeister hat jahrzehntelange Erfahrung mit Werbemaßnahmen, die ihrer Zeit voraus sind. Firmen-Patriarch Günter Mast war Vorreiter bei der Bandenwerbung in Fußballstadien und überredete 1973 den Präsidenten von Eintracht Braunschweig Ernst 'Balduin' Fricke, den Vereinslöwen auf den Spielertrikots gegen den Hubertus-Hirsch zu tauschen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) prozessierte zunächst dagegen, lenkte aber schließlich ein. In einem Telegramm des DFB an Ernst Fricke vom 26.01.1973 heißt es: "Nach Prüfung der vorgelegten Unterlagen untersagt der Bundesliga-Ausschuss der DFG gemaess Paragraph 5 des Bundesliga Statuts der Lizenzspielmannschaft des Vereins Eintracht Braunschweig, mit dem neuen, ins Vereinsregistereingetragenen Wappenbild Hubertushirsch so lange zu einem Bundesliga-Spiel anzutreten, bis die Angelegenheit vom DFB-Präsidium entschieden ist."  Seinen Plan, den Sportverein in "Jägermeister Braunschweig" umzubenennen, durchkreuzten die Funktionäre vom Fußball-Bund. Masts Vorschlag: Die Eintracht-Spieler sollen mit dem Hubertus-Hirsch auf der Brust Reklame machen. Der passionierte Jäger bot den klammen Niedersachsen dafür 100 000 DM für die Saison an. Die öffentliche Auseinandersetzung, die unter anderem darum ging, welchen Maximaldurchmesser das Logo haben durfte (damals 14 Zentimeter, heute insgesamt 200 Quadratzentimeter), war alleine schon eine perfekte Werbung. Am 24. März 1973 in der Bundesliga-Partie gegen Schalke 04 traten die Braunschweiger Profis erstmals mit dem neuen Dress an. Schiedsrichter Franz Wengenmeyer pfiff die Partie aber erst an, nachdem er sich beim DFB rückversichert hatte, ob denn alles seine Richtigkeit habe. Eintracht Braunschweig spielte 14 Jahre lang mit dem Hirsch auf der Brust. Heute ist Trikotwerbung für Zigaretten und hochprozentigen Alkohol verboten. 

06.Popinieda

Danilo Popivoda (* 1. Mai 1947 in Lovćenac, Jugoslawien, heute Serbien) ist ein ehemaliger jugoslawischer Fußballspieler, der von 1975 bis 1981 bei Eintracht Braunschweig spielte. Den Spitznamen „Popi nie da“ bekam er, nachdem er nach einem brutalen Foul im Spiel Eintrachts gegen Vojvodina Novi Sad längere Zeit verletzungsbedingt (Schlüsselbeinbruch) ausgefallen war. Erst am 13. Spieltag hatte er sein Bundesligadebüt. Bald wurde er jedoch zum Publikumsliebling und Star der Braunschweiger Mannschaft und trug wesentlich zu den Platzierungen von 1976 (Platz 5) und 1977 (Platz 3) bei. „Er war eine Art Fußball-Partisan, denn wie einst Titos Freiheitskämpfer ihre gefährlichsten Waffen unter der Zivilkleidung versteckt hielten, überraschte auch Popivoda mit plötzlichen Täuschungsmanövern seine Kontrahenten. Als »einen der schwierigsten und interessantesten Gegner meiner Karriere«, bezeichnete Berti Vogts den ebenso kraftvollen wie trickreichen Stürmer.“ („Wiedersehen mit Danilo Popivoda - Der Partisan“, Text: Tiny Peter, www.11Freunde.de, 27.07.2009). Aufgrund einer Augenerkrankung musste er 1981 seine Karriere beenden. Insgesamt bestritt er für Eintracht 126 Bundesligaspiele als Außenstürmer und schoss dabei 30 Tore. Er spielte für das jugoslawische Team bei der WM 1974 in dem Zwischenrundenspiel, das Deutschland 2:0 gegen Jugoslawien gewann. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2000 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 war er Co-Trainers der Slowenischen Nationalmannschaft unter Srečko Katanec.

07.Pferde-Franz

Franz Merkhoffer (* 29. November 1946 in Dettum) war von 1968-1984 Abwehrspieler in der 1. Bundesliga für Eintracht Braunschweig. Für den BTSV stand er 506 Mal auf dem Rasen und schoss 29 Tore, was ihn zum Rekordspieler des Vereins machte.Seine Leidenschaft für den Reitsport (und auch seine robuste Leistung als Verteidiger) hat ihm beim Eintracht-Publikum den Beinamen „Pferde-Franz“ eingetragen. Aus einem Interview mit Elmar von Cramon für "wir sind Eintracht": "Woher kommt eigentlich Ihr Spitzname 'Pferde-Franz'?" "Meine Frau hat schon damals viel mit Pferden zu tun gehabt. Wir sind oft ausgeritten und diese intensive Beziehung zu den Tieren hat sich im Laufe der Jahre immer weiter fortgesetzt. Das macht mir auch heute noch wahnsinnig Spaß, ich reite noch viel aus." 

08.Kurvenmutti

Christel Neumann. Sie ist so zu sagen das ​inoffizielle ​Maskottchen von Eintracht Braunschweig. Sie ist die gute Seele im Eintracht Stadion und für die Fans. „Kurvenmutti“ stand als junge Frau selbst ​als Torfrau ​auf dem Rasen. Seit meh​re​ren Jahrzehnten ist sie als treuer Fan von Eintracht Braunschweig Kult geworden.​ Die Heimspiele erlebt die "Kurvenmutti" im Innenraum vor der Südkurve.

09.Luffe

Horst "Luffe" Wolter (* 8. Juni 1942 in Berlin) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Name „Luffe“  wurde Horst Wolter von seinen Teamkollegen von Eintracht Braunschweig gegeben, weil er vor seiner Fußballkarriere eine Ausbildung zum Bäcker in Berlin Charlottenburg machte. „Luffe“ nennt man in Braunschweig traditionell Brötchen. Im Grimm’schen Wörterbuch steht hierzu folgendes: „LUFFE, f. in gegenden von Niederdeutschland, längliches brötchen von ungebeuteltem weizenmehl. so in Hannover, Braunschweig; in Fallersleben Fromm. 5, 155. im Göttingischen der luffe, der luffen Schambach 127a.“ (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm) Das Lüneburger Wörterbuch hat diese Erklärung: "Luff´n, m. (Pl = S), flache Brote, die in der Erntezeit aus Weizen- oder aus gemengtem Weizen- und Roggenmehl im eigenen Hause gebacken wurden. […] Man hält das Wort für einen Eindringling u. vergleicht norw. lof „eine Art Weizenbrot“, das aus engl. loaf „Brot“ (zu got. hlaifs, hd. Laib) abgeleitet wird.“ (Lüneburger Wörterbuch. Wortschatz der Lüneburger Heide und ihrer Randgebiete, D. Eduard Kück, Zweiter Band I-R, Wachholtz Neumünster 1962, Spalte 326) Wolter kam 1961 vom Berliner SC Charlottenburg zu Eintracht Braunschweig, zunächst als Rechtsaußen. Später spielte er als Torwart in der Oberliga Nord. Als Heinz Winnecke Eintracht Braunschweig verlies und kein Ersatztorwart vorhanden war, kam „Luffe“ auf diese Position. Zwischen 1963 und 1977 hielt er als Torwart in 243 Spielen für die Eintracht. 1967 wurde er als Stammtorwart des Braunschweiger Teams Deutscher Meister. Insgesamt kassierte die Mannschaft, für die Wolter im Tor stand, im Meisterjahr nur 27 Gegentore und stellte damit einen Bundesliga-Rekord auf, der erst 1988 von Werder Bremen unter Otto Rehhagel mit dem damaligen Stammtorwart Oliver Reck unterboten wurde. Am 15. Mai 1974 zur Fußball-WM in Deutschland erschien eine Sondermarke der Deutschen Bundespost (Michel-Nr. 811) die Horst Wollter zeigt. Horst Wolter war von 1986 bis November 1990 Manager von Hertha BSC. Wolter lebt in Bad Harzburg. 

10.Onkel Jürgen

... nicht Jürgen Drews sondern Jürgen Rische, Co-Trainer, Reha- und Athletiktrainer bei Eintracht Braunschweig. Nach Stationen in Leipzig, beim 1. FC Kaiserslautern und Wolfsburg kam Jürgen Rische zu Eintracht Braunschweig. Bei Eintracht spiele er ab der Saison 2002/03 – Saisaon 2006/07 auf der Position des Stürmers. Nach einer zweijährigen Auszeit kehrte Rische im Sommer 2009 zum Fußball zurück. Er nahm das Angebot von Eintracht Braunschweig an, zur Unterstützung des Cheftrainers Torsten Lieberknecht, der einen Trainerlehrgang begonnen hatte, als Co-Trainer zu fungieren. Seit der Saison 2009/10 kümmert sich Rische bei der Eintracht um Videoanalysen und das Aufbautraining der Rekonvaleszenten. Vermutlich geht die Verwandtschaftsbezeichnung auf seine Bekanntheit und sein enges Verhältnis zu Eintracht Braunschweig zurück.

11.Block 9

Zuschauerblock. Block 9 ist das Zentrum der Fans bei Eintracht Braunschweig. Block 9 und die gesamte Südkurve sind entscheidend für die Stimmung im ganzen Stadion. Block 9 liegt diagonal gegenüber zum Gästeblock in der Nordkurve . Ultras, Fanklubs und leidenschaftliche Eintrachtfans haben hier ihre Stammplätze. Choreografien, finanziert über Spenden werden wochenlang vorbereitet und am Spieltag inszeniert. Block 9 bzw. die Südkurve sind hier Initiator, Spendensammler, Organisator und Durchführender in einem. Dialoge, die an bestes Absurdes Theater erinnern gehen von hier aus:
Südkurve: "Hallo Gegengerade"
Nordkurve: "Hallo Südkurve"
Südkurve: "Hallo Haupttribüne"
Haupttribüne: "Hallo Südkurve"

12.Bacardi

Nickname von Bernd Buchheister (* 21. September 1962 in Braunschweig) Buchheister ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Vom damaligen Oberligisten MTV (Männerturnverein) Gifhorn wechselte er 1985 zum 2. Ligisten Eintracht Braunschweig. Er spielte zwischen 1985 bis 199 in 255 Spiele und erzielte für Eintracht Braunschweig 74 Tore. Buchheister spielte auf der Angreiferposition. Bei den Fans und bei den Frauen war er sehr beliebt. Er gab sich gern gesellig und wurde von der Presse oft auf Feiern ertappt, daher auch sein Spitzname. Nach dem Ende seiner Fußballerkarriere kehrte Buchheister in seinen gelernten Beruf als Bautischler zurück. 

13.Balduin

... ist der 2. Vorname und Rufname von Ernst Fricke (1906-1978) der von 1965-1969 und von 1971-1978 Präsident Eintracht Braunschweigs war. Er löste Kurt Blut als 1. Vorsitzenden des KSB ab. Während der Präsidentschaft von "Balduin" Fricke ist der BTSV 1967 Deutscher Meister geworden. Trainer war damals Helmut Johannsen (1920-1998). Spektakulär war der Werbedeal mit Günter Mast von Jägermeister (Hubertushirsch). Hier zwei Varianten, wie es zu diesem Deal gekommen ist .
„Sein Freund Ernst Fricke, Präsident des Bundesligaklubs Eintracht Braunschweig, schlug ihm einen Wildwechsel im Vereinswappen vor: "Für 500 000 Mark schießen wir unseren Löwen ab und tragen deinen Hirschkopf." Mast stimmte zu, doch der gehörnte Verband hetzte seine Schiedsrichter auf den Fußballplatz-Hirsch.“ (Der Spiegel, Nr. 10, 28.02.1977)
„Zuerst hatte der Spirituosenhersteller Günter Mast (Jägermeister) aus Wolfenbüttel das neue Werberevier entdeckt. Er rief seinen Duzfreund Ernst Fricke von Eintracht Braunschweig an und erklärte: "Balduin, sattele deinen Dackel und komm nach Wolfenbüttel, ich mach' euch flüssig." Für eine halbe Million Mark pro Jahr tragen Eintrachts Fußballer statt des Stadtlöwen das Hirschgeweih von Mast auf der Brust. Später kaufte Mast seinen Werbeträgern für 1,7 Millionen Mark den Fußballstar Paul Breitner von Real Madrid.“ (Der Spiegel, Nr. 7, 09.02.1981)

14.Eisen Ermin

oder Erminator sind die Spitznamen von Ermin Bičakčić (* 24. Januar 1990 in Zvornik, Bosnien und Herzegowina). In der Winterpause 2011/12 verpflichtete Eintracht Braunschweig den Abwehrspieler. Nach dem Abstieg von Eintracht Braunschweig wechselte „Eisen Ermin“ zur TSG 1899 Hoffenheim. Ermin Bičakčić ist im offiziellen WM Kader von Bosnien-Herzegowina in Brasilien vertreten. Den Spitznamen „Eisen Ermin“ gaben ihm die Fans wegen seiner robusten und furchtlosen Art.  
„kicker: In Braunschweig heißen Sie wegen Ihrer robusten Art "Eisen-Ermin". Haben Sie im Nationalteam auch einen Spitznamen? Bičakčić: Sie haben das übernommen und nennen mich "Čelični" - der Eiserne. Das ist eine schöne Anerkennung. Ich will mir nie nachsagen lassen, dass ich nicht alles gebe.“ (Aus dem Kicker Heft 24.01.2014)  
„Ermin Bičakčić , wir wollen ganz ehrlich sein. Bitte sehr. Wir fürchten uns ein wenig vor Ihnen. Die Fans rufen Sie „Eisen-Ermin“, Ihr Trainer Torsten Lieberknecht sagt, Sie könnten Eisenbahnschienen zur Not „auch mit dem Kopf krummkriegen“. Sind Sie ein Rambo? (Lacht) Überhaupt nicht. Den Namen haben sich unsere Fans ausgedacht, ich weiß gar nicht, aus welchem Anlass. Jetzt kommen die Leute in Braunschweig auf mich zu und sprechen mich mit „Eisen-Ermin“ an, das finde ich witzig. Ich nehme das als Anerkennung für meine furchtlose Art, in Zweikämpfe zu gehen. Ich spiele hart, aber fair.“ (Aus einem Interview mit Thomas Nähr in den Stuttgarter Nachrichten 29.09.2013)
„Warum Ermin Bičakčić die härteste Sau vom BTSV ist:
Ermin ist der Chuck Norris der Liga: Ermin macht hinten keine Befreiungsschläge, sondern er eröffnet das Spiel vertikal mit einem Roundhouse-Kick. Ermin hat keine Angst vor Zweikämpfen, sondern Zweikämpfe haben Angst vor Ermin. Und wenn der Schiedsrichter pfeift, pinkelt Ermin die Eiswürfel, mit denen sein Gegenspieler seine Wunden kühlt. Eisig kühl begann im Februar 2012 auch seine Karriere beim BTSV: Bei minus neun Grad bei Eintracht Frankfurt. Wer trug in der Gefrierschrank-Arena ein Trikot mit kurzen Ärmeln? Ermin Bičakčić!“ (Aus dem Eintracht Braunschweig-Blog: Leopedia 30.12.2012)

15.Ronnie

Ronald „Ronnie“ Worm (7.10.1953 in Duisburg) ist ein ehemaliger deutscher Fußball-Nationalspieler. Er spielte von 1971-1975 beim MSV Duisburg und ging in der Saison 1978/79 für eine Ablösesumme von 1 Million D-Mark zu Eintracht Braunschweig; der erste Millionentransfer in der Bundesliga. Für Eintracht Braunschweig absolvierte er 149 Spiele und erzielte 48 Bundesligatore. In seiner ersten Saison stieg er mit Eintracht in die 2. Liga ab, 1980/81 aber gleich wieder auf. 1987 beendete er seine Profikarriere. Der Name Ronnie ist neben Ronny eine Form des männlichen Vornamens Ronald. Ein anderer Spitzname, den Ronald „Ronnie“ Worm von seinen Teamkollegen von MSV Duisburg bekam war Flipper. „MSV-Stürmer Ronald Worm, übrigens einst Top-Torjäger der Bundeswehr-Nationalmannschaft, schwamm für ein Foto-Shooting im Duisburger Zoo unter Aufsicht des Zoo-Direktors mit Delphinen um die Wette. „Flipper trifft Flipper!" titelten die Zeitungen, nachdem MSV-Idol Ronald Worm – der wegen seiner Leidenschaft für die gleichnamigen Spielautomaten „Flipper" gerufen wurde – hier einst mit einigen der beliebten Tümmler um die Wette geschwommen war. Das Fazit des Fußballstars: „Delphine sind freundliche Tiere. Mit Haien hätte ich das nicht gemacht." Internetseite der Deutschen Fußballroute NRW http://www.dfr.m-m-sports.com/

16.Adler

Der „Adler“ steht für die Torwartlegende bei Eintracht Braunschweig, Bernd Franke. Geboren am 12. Februar 1948 in Bliesen, spielte der „Adler“ beim SV Bliesen, SV Ureweiler, SV Saar 05 Saarbrücken und bei Fortuna Düsseldorf. Zu Eintracht Braunschweig kam er 1971 und stand hier bis 1985 im Tor. Bernd „Adler“ Franke gehörte zur legendären Jägermeister-Mannschaft, mit der er 3 Aufstiege feiern konnte. Eintracht Fans verehren ihn bis heute für seine Loyalität gegenüber dem Verein. Er bekam Angebote von großen Vereinen wie Amsterdam, Bayern München oder Kaiserslautern, schlug diese aber aus und blieb Braunschweig treu. Den Spitznamen Adler bekam er von seinem Torwartkonkurrenten Luffe, Horst Wolter. In einem Interview heißt es: „Bernd Franke konnte so hoch springen, fast fliegen, dass er in Braunschweig immer noch Adler gerufen wird. Im Training hieß es immer: „Du hast ja schon wieder Schnee auf dem Kopf.“ (http://50jahre.bundesliga.de/de/legenden/0000240536.php) 

17.Conny

Helmut Eckleben, Wirt, der 49 Jahre die Sportkneipe „Zum gemütlichen Conny“ (Diesterweg 1) führte. Im Jahr 1961 übernahm Helmut Eckleben das Lokal. Der Name „Conny“ ist motiviert vom Vorbesitzer, der mit Vornamen Conrad hieß. Bei Conny gingen die Eintracht Braunschweig Profis und Mitglieder der 67er-Mannschaft ein und aus. Aber nicht nur sie. Connis Gäste kamen aus allen Schichten und waren jeden Alters. Legendär waren Connis Brathähnchen mit einem frischen Härke Pils. Den halben Hahn gab es hier zu DM-Zeiten für 3,50 DM. Wenn Conny nicht am Tresen bei seinen Gästen stand und Geschichten erzählte, setzte er sich ans Klavier und spielte für sie. Über den persönlichen Umgang mit den Gästen und seine unverwechselbare Art wurde „Conny“ zum Kult. Montags gab es den „Lohntütenball“, der Tag an dem es Geld gab und schnellstmöglich im Wirtshaus verjubelt wurde. In den 70er/80er Jahren kehrten nach der montäglichen Trainingseinheit die Eintracht Braunschweigspieler bei „Conny“ ein, aßen ein halbes Hähnchen und tranken Bier. Conny führte die Traditionskneipe bis zu seinem Tod 2010. Sein Neffe, Holger Franke, hielt „Zum gemütlichen Conny“ noch bis 2012 am Leben, danach schloss die legendäre Eckkneipe für immer ihre Tore. In der heutigen Eintracht Kneipe „Wahre Liebe“ lebt in einer Sitzecke ein Stück Conny-Nostalgie weiter. Die Witwe Sigrid Eckleben überließ der „Wahren Liebe“ Connis altes Klavier und Bilder aus den guten alten Tagen.

18.Gerste

ehemaliger Stürmer Bernd Gersdorff spielte als Stammspieler bei Eintracht Braunschweig. Der gebürtige Berliner begann seine Karriere zunächst bei Tennis Borussia Berlin und wechselte 1969 zu Eintracht Braunschweig wo er am 16. August 1969 sein Bundesligadebüt gegen den 1. FC Köln gab. Für Eintracht Braunschweig absolvierte er 258 Pflichtspiele. In der Saison 1973/74 wechselte er zu Bayern, wo er auf der von ihm ungeliebten Position Linksaußen eingesetzt wurde. Das war für ihn der Grund noch in der laufenden Saison zurück zu Eintracht Braunschweig zu gehen, wo er ab dem 1. November 1973 wieder spielen konnte. Zur Winterpause der Saison 1976/77 ging er zurück nach Berlin zu Hertha BSC. Sein letztes Bundesligaspiel hatte er am 19. Januar 1980. Für die deutsche Nationalelf bestritt Bernd Gerstorff als Nationalspieler nur ein Spiel gegen die Nationalmannschaft von Österreich am 3. September 1975. „Gerste“ studierte neben seiner Profifußballerkarriere Sport, Englisch und Geographie auf Lehramt und schloss dieses Studium 1973 ab. „Gerste“ ist Braunschweig als Einwohner treu geblieben. Nach seiner aktiven Fußballkarriere war er Konzernsprecher der Salzgitter AG. Mit 65 Jahren verwirklichte er sich seinen Traum und eröffnete seine eigene PR-Agentur. Aus einem Interview mit Bernd Gerstorff und Hertha BSC: „herthabsc.de: Herr Gersdorff, am Samstag (27.10.12) treffen mit Hertha BSC und Eintracht Braunschweig zwei ihrer ehemaligen Vereine aufeinander. Hand aufs Herz: Wem drücken Sie die Daumen?
 Bernd Gersdorff: Obwohl ich gebürtiger Berliner bin, hoffe ich auf einen Erfolg der Eintracht. Braunschweig ist seit 1968 meine Heimat, ich habe meine Frau hier kennen gelernt und meine drei Kinder sind in Braunschweig aufgewachsen. Das ist eine sehr emotionale Verbindung.“ (www.herthabsc.de/de/intern/interview-gerstdorff) 

19.Schnippel Brase

Wolfgang Brase, 7. Februar 1939 in Braunschweig, ist ein ehemaliger Fußballspieler von Eintracht Braunschweig aus der legendären 67er Mannschaft. In der Zeit von 1963 bis 1967 spielte er als Verteidiger 97 Bundesligaspiele für Eintracht. Er gewann 1967 mit Eintracht Braunschweig die deutsche Meisterschaft, konnte am letzten Spiel aus Gesundheitsgründen aber leider nicht aktiv teilnehmen. Das Wort „schnibbeln/schnippeln“ heißt, dass der Ball angeschnitten geschossen wird und er dadurch eine horizontal gebogene Flugbahn bekommt. Weil er alles anschneiden konnte, was rund und aus Leder war, bekam er den Spitznamen „Schnippel“. Nach seiner aktiven Laufbahn, war er als Trainer im Amateurbereich tätig und trainierte den TSV Schapen, die SpVgg Gifhorn und den TSV Helmstedt.

20.Raketen Eggeling

Heinz-Werner Eggeling (1955 in Bochum) ehemaliger Fußballspieler bei Eintracht Braunschweig. Für Eintracht Braunschweig spielte der damals 24jährige Stürmer von 1979 bis 1980. Er bestritt für Eintracht 16 Spiele bevor er zu Bayer Uerdingen wechselte. Eine Klausel in seinem Vertrag sicherte ihm einen reibungslosen Wechsel im Falle eines Abstiegs aus der ersten Liga. Eggeling kam damals für den verletzten Ronnie Worm für eine Rekordsumme von 1,3 Millionen Mark zu Eintracht. Möglich machte diesen fliegenden Wechsel Hauptsponsor Günter Mast von Jägermeister. Der Spitzname „Rakete“ rührte ganz einfach von seiner Laufschnelligkeit her. Eggeling gab in einem Interview an, die 100 Meter in unter 11 Sekunden gelaufen zu sein.

21.Ötti

Ernst-Otto Meyer (1927 – 2010), genannt „Ötti“, war ein deutscher Fußballspieler. Er spielte für den VfB Oldenburg, den VfL Osnabrück, Eintracht Braunschweig und den VfR Mannheim. In der Fußball-Oberliga erzielte er zwischen 1949 und 1960 238 Tore. In der Saison 1957/1958 kam der 31-Jährige als Stürmer zu Eintracht Braunschweig und zog direkt mit den „Löwen“ in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft ein. „Ötti“ gehörte seinerzeit zu den besten Torjägern Deutschlands. Neben seiner Fußballkarriere studierte er Ingenieurswesen und wurde später ein erfolgreicher Architekt. In einer Bewertung zur Einschätzung Meyers als Fußballspieler heißt es: „Intelligenzspieler. Schusskräftiger Mittelstürmer. Technisch sehr gut. Schießt rechts wie links – seltene Eigenschaft. Spezialität Kopfbälle. Gute Spielübersicht.“ (Richard Kirn, Alex Natan, Fussball: Geschichte u. Gegenwart, Regeln u. Begriffe, Frankfurt 1958)

22.Schorsch

Schorsch ist eine verbreitete Mundartform des Vornamens Georg und kommt vor allem in Süddeutschland, der Deutschschweiz und in Teilen Österreichs vor. Das französische Georges wird Schorsch ausgesprochen. Französisch galt lange Zeit als vornehme Hofsprache, deshalb die französische Aussprache. Der Name Georg ist eine Form des griechischen Männernamens Geōrgios und bedeutet eigentlich ‚Erdarbeiter‘. Hans-Georg Dulz genannt Schorsch (geb. 1936) stand als Fußballspieler bei Eintracht Braunschweig unter Vertrag und gewann 1967 mit Eintracht die Deutsche Fußballmeisterschaft. Als Mittelfeldspieler schoss er in 109 Spielen 15 Tore für Eintracht Braunschweig. Dulz spielte vor seiner Braunschweiger Zeit für Borussia Dortmund, den SSV Reutlingen und den Hamburger SV. Nach Braunschweig kam Schorsch über den Masseur Heini Pieper, der ihm 1963 anbot, für Braunschweig zu spielen. Schorsch spielte insgesamt 5 Jahre für Eintracht Braunschweig bevor er 1968 zum FC Aarau in die Schweiz wechselte.

23.Bussi

Christian Skolik „Bussi“ fährt für Eintracht Braunschweig den blau-gelben Mannschaftsbus der Firma MAN (32 Sitzplätze auf 13,80 Meter Länge), genannt Löwenkäfig. Der gelernte Frisör ist Zeugwart und Busfahrer in Personalunion bei Eintracht Braunschweig. Vor seiner Zeit bei Eintracht arbeitete er im VW Werk und als Bus- und Straßenbahnfahrer. Seit dem 01. Juli 2000 kümmert sich „Bussi“ zusammen mit Björn Mehlhorn um die Spiel- und Trainingskleidung und um den Mannschaftsbus. Legendär das Interview von Domi Kumbela mit „Bussi“ nach dem entscheidenden Sieg in Ingolstadt zum Aufstieg in die Bundesliga. KUMBELA: „Was ist das für ein Gefühl heute? Wie beschreiben Sie das?“ „BUSSI“: „YEEEEEEEEEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH!!!!!!!“ „Die Aufgabe der Zeugwarte ist es zunächst, die Shirts zum Warmlaufen, die Fußballschuhe sowie alle Spielutensilien bereitzulegen. Während des Aufwärmens räumen die Zeugwarte die Kabine auf, stellen Erfrischungsgetränke, Kuchen und Bananen bereit und hängen jedem Spieler sein Trikot an seinen Platz. Kurz nach Anpfiff werden Vorkehrungen für die Halbzeitpause getroffen. Sind genügend Handtücher da? Möchte ein Spieler seine Schuhe wechseln? Zeugwarte müssen auf alles vorbereitet sein. Außerdem wichtig: genügend Getränke und ein frischer Satz Trikots für alle Spieler. In der zweiten Halbzeit muss die Kleidung zum Auslaufen nach dem Spiel bereitgelegt werden.“ („Die Ersatzmama der Kicker“ von Markus Schleufe, in: Die Zeit, 11.Juni 2010)

24.Schnupperkurs

Wer im allgemeinen von einem Schnupperkurs spricht, meint damit eine Lehrstunde, in der Anfängern - oder in einem bestimmten Fach vermeintlich Unterlegenen - von ausgewiesenen Kennern ein Einblick in ein spezielles Gebiet gewährt wird. Am 5. Oktober 2013 nahmen Anhänger des VfL Wolfsburg ihr Bundesligaheimspiel als Anlass, diesen Begriff als verhöhnende Provokation gegenüber Eintracht Braunschweig und seinen Fans zu nutzen. Ein Banner mit der Aufschrift "Wir 'begrüßen' die Fußballvorstadt der Region zum Schnupperkurs Bundesliga" schmückte vor dem Anpfiff die Tribüne des Heimbereichs. Die lange Bundesligaabstinenz der Braunschweiger Eintracht schien den Wolfsburgern Legitimation genug für eine solche Verlautbarung zu sein. Im Anschluss an die Partie hatten allerdings sämtliche Braunschweiger Grund zum Dank für besagten Schnupperkurs: Durch Tore von Karim Bellarabi und Domi Kumbela hatten die Blau-Gelben die Begegnung mit 2:0 für sich entschieden und fuhren somit den ersten Bundesligasieg seit 28 Jahren ein.

25.67

Neben der 1895 ist die 67 die wohl wichtigste Zahl im Kosmos der Braunschweiger Fußball-Fankultur. Sie steht symbolisch für den größten sportlichen Erfolg Eintracht Braunschweigs; umreißt den Moment, als Kapitän Joachim Bäse am 3. Juni 1967 die Meisterschale in den Braunschweiger Himmel reckte. Mit einem Abwehrbollwerk, das in der gesamten Saison gerade einmal 27 Gegentore zuließ, stellte die Mannschaft von Trainer Helmuth Johannsen die Weichen auf Meisterschaft – und all das mit einem Kader ohne große Namen: „Wir sind immer bescheiden geblieben. Wir haben die Mannschaft aufgebaut, nicht mit großen Stars, sondern mit Spielern, die meistens aus unserer Jugend hervorgegangen sind“ (Heinz Graßhoff, Fußballabteilungsleiter Eintracht Braunschweigs, am 3. Juni 1967). Noch heute gedenken die Braunschweiger Fans diesem historischen Moment, indem sie in der 67. Minute (eigentlich ist es die laufende 68. Minute) eines jeden Spiels das Meisterlied anstimmen.

26.1895

Der 15. Dezember 1895 beschreibt das Datum, an dem alle Liebe ihren Anfang nahm. An jenem Tag fand sich eine Gruppe junger Fußballverrückter, die durch die Ausführung des ersten Fußballspiels auf deutschem Boden – 21 Jahre zuvor unter der Schirmherrschaft Konrad Kochs – von dieser neuen Art der Leibesertüchtigung infiziert gewesen war, in der Wohnung Carl Schapers ein. Grund der Versammlung war das Vorhaben der Neugründung des „Fußball- und Cricket-Club Eintracht Braunschweig“, aus dem später nach einigen Umbenennungen der heutige „Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V.“ erwuchs. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Bei den üblichen Frotzeleien unter verschiedenen Fangruppierungen kann dieses präzise Datum übrigens von entscheidendem Gewicht sein. Natürlich ist die Braunschweiger Eintracht nicht der einzige Verein der Republik, der sich diesen schönen Beinamen ausgesucht hat. Die zwei wohl berühmtesten Namensvettern stammen aus Frankfurt am Main sowie aus der Moselstadt Trier – und jeder Ableger beansprucht für sich, die „wahre Eintracht“ zu sein. In diesem Disput liefert der 15. Dezember 1895 das goldene Argument, da er belegt, dass Carl Schaper und seine Mitstreiter doch einige Jahre früher in Eintracht gewesen sind als die Frankfurter (1899) und die Trierer (1905). Deshalb gilt für die Eintracht aus Braunschweig unwiderruflich: „Ob Frankfurt, ob Trier – die Eintracht sind nur wir.“

27.Jumbo

Jürgen, genannt „Jumbo“, Weisheit verkörpert die gute Seele des Vereins wie es sonst wohl nur noch Kurvenmutti Christel vermag – und das gefühlt seit der Vereinsgründung im Jahre 1895. Im Hauptamt kümmert sich der 77-Jährige um alles, was mit Eintrachts Jugendarbeit zu tun hat: Ob als Teammanager, Talentspäher oder Organisator der Auswärtsfahrten – Jumbo sorgt dafür, dass es dem Löwennachwuchs an nichts mangelt und ist sich dabei auch nicht zu schade, bei Heimspielen als Kartenabreißer zu fungieren. Selbst bezeichnet sich Weisheit als „Mutter der Kompanie“, als Beichtvater und Psychologe, dem sich die jungen Spieler anvertrauen können. Ehrlichkeit, Genauigkeit, Disziplin und Fleiß sind die Werte, die Jumbo seinen Schützlingen vermitteln will. Um all das zu beherzigen, kann es neben Ratschlägen dann bei grobem Unfug aber auch schon mal zu einem (Groß)Väterlichen Kniff in die Wangen kommen. Zu all diesen Zwecken ist das Braunschweiger Urgestein – das schon Angebote geografisch nicht weit entfernter Bundesligisten ausgeschlagen hat, um seiner Eintracht treu zu bleiben – ständig in seinem gut erkennbaren, blau-gelb karierten „Papa-Mobil“ unterwegs. Wer an seinem Sportplatz also einen Kleinwagen sieht, auf den diese Beschreibung passt, sollte sich sicher sein: Jumbo guckt zu. Seine Liebe und seinen Einsatz für Eintracht Braunschweig beschrieb Jumbo Weisheit in einem Interview folgendermaßen: „Ich kann einfach nicht aufhören. Solange ich gesund bin […], werde ich den Job noch machen. Ich bin kein Mensch für halbe Sachen, was ich anfange, mache ich auch hundertprozentig, auch wenn es manchmal große Herausforderungen gibt. Es passieren tagtäglich Überraschungen mit Menschen, die bei uns Fußball spielen. Es gibt keine ruhigen Tage, sei es dass einem die Zahnpasta fehlt oder ein anderer seinen Hausschlüssel verloren hat. Wäre mir das zu viel, könnte ich mich ja auch zu Hause an den warmen Ofen setzen.“ (http://www.wirsindeintracht.de/index.php?option=com_content&view=article&id=144:was-geht-jumbo-weisheit&catid=41:was-geht-eintracht-braunschweig&Itemid=166)

28.Stadion an der Hamburger Straße

Das Stadion an der Hamburger Straße – liebevoll auch „Tempel“ genannt – stellt für den Großteil der Eintracht-Anhänger so etwas wie das zweite Wohnzimmer dar. Dabei ist es egal, ob an Spieltagen in Block 9 gehüpft und gesungen oder das blau-gelbe Sitzkissen gediegen auf den Sitzschalen der Haupttribüne platziert wird. 1923 öffnete das Stadion an der Hamburger Straße erstmals seine Tore. Damals bot die Spielstätte 28.000 Zuschauern Platz – einige wenige konnten auf einer kleinen Holztribüne Platz nehmen, der Rest verfolgte das Geschehen im Stehen. Im Nachhall der Einführung der Fußball-Bundesliga wurde 1963/64 eine Erweiterung der Kapazität beschlossen. Nunmehr 40.000 Menschen hatten seither die Möglichkeit, den Löwen beim „Bolzen“ zusehen zu können – eigentlich waren es sogar ein paar mehr, zählt man die Heranwachsenden mit, die jener Zeit in die Kronen der umliegenden Bäume kletterten und von dort aus unter anderem die Deutsche Meisterschaft 1967 bejubelten. Weitere Umbaumaßnahmen folgten, das Gros der Steh- wurde zu Sitzplätzen umfunktioniert. Die letzte Modernisierung – bei der in erster Linie die Haupttribüne verkleidet und neue Logen geschaffen wurden – spiegelt nur auf den ersten Blick den künstlichen Glanz der Multifunktionsarenen anderer Städte wieder. Hat man die Eingangskontrollen erst passiert, behält das Stadion an der Hamburger Straße noch immer den Charme und die Romantik älterer Fußballstadien, verwehrt sich gegen die kühle Eintönigkeit der modischen Spielstätten. Hier gibt es keine Mikrowellenwurst. Hier gehen die Kohlegrill-Meister im 14-tägigen Rhythmus noch die Gefahr einer Rauchvergiftung ein. Bezahlt wird mit Bargeld, nicht mit Chipkarten. Und auch das Stadionumfeld bildet einen Teil der Wochenendroutine: Ob bei einem Prä-Anpfiff-Bier auf der Rheingoldstraße oder bei der obligatorischen Nachbesprechung in der „Wahren Liebe“ – der Vorhof des Tempels gehört irgendwie dazu. Heute fasst das Stadion an der Hamburger Straße bei Fußballspielen 23.325 Zuschauer, davon 10.675 Steh- und 12.650 Sitzplätze.

29.Pfitze

Eigentlich isst er gerne Döner, ernährt sich aber aufgrund seines Berufes hauptsächlich italienisch, genau genommen von Nudeln. Marc Pfitzner (*24.08.1984 in Braunschweig) ist seit dem 1. Juli 2008 fester Bestandteil der Mannschaft Eintracht Braunschweigs. „Pfitze”, der Mann mit der Rückennummer 31 ist ein wahres Braunschweiger Urgestein. Er kam über den TSV Timmerlah, SV Broitzem, FT Braunschweig und hatte unter Benno Möhlmann 2007 in der Profiliga seinen ersten Auftritt im blaugelben Trikot. Wenn sein Name durch das Stadion schallt, ist „Gänsehautfeeling” garantiert. Wird er während des Spiels eingewechselt, skandieren die Fans: „Wir sind alle Braunschweiger Jungs...”   Bislang hat er als Mittelfeldspieler 180 Einsätze bestritten und gilt als Identifikationsfigur vieler Fans. Einmal Löwe, immer Löwe. Seinen Vertrag hat der Braunschweiger bis Ende Juni 2016 verlängert. Und auch nach seiner aktiven Karriere kann er sich eine Tätigkeit bei Eintracht Braunschweig gut vorstellen. Vielleicht inspiriert ihn ja auch sein sportliches Vorbild Mehmet Scholl, dieser spielte immerhin 15 Jahre für den FC Bayern. Marc Pfitzner selbst findet für seine Vereinsliebe deutliche Worte: „Am liebsten würde ich für immer hier spielen.” (Abseits, 2014.) Pfitzner ist wahrhaftig ein „Braunschweiger Jung” und daher überrascht es nicht, dass die neue Sammlerdose des Hofbrauhauses Wolters sein Abbild schmücken wird. Man erinnert sich noch gerne an die „Meisterdose” der Brauerei von 1967. Erstmals wird mit Marc Pfitzner ein einzelner Eintrachtspieler auf der limitierten Sammeledition abgebildet sein. Ein besonderer Beweis für die  Wertschätzung des Publikumslieblings. Laut der Brauerei kommen die „Pfitze” – Dosen im April 2015 in den regionalen Handel.  

30.Wahre Liebe

Der nur schwer greifbare Begriff „Liebe“ bedeutet in der Regel, dass eine Person einen Überschwang positiver Gefühle auf eine andere Person – oder auch ein Objekt – projiziert. In Bezug auf Eintracht Braunschweig bedeutet die wahre Liebe jene Zuneigung, welche die Fans dem Konstrukt des Vereins entgegenbringen. Wie in jeder Beziehung zwischen zwei Menschen ist auch die gefühlsbasierte Verbindung zwischen der Eintracht und der Summe der Fans eine stetige Berg- und Talfahrt, die sich oftmals in einem Wechselbad der unterschiedlichsten Gefühle Bahn bricht. Von bedingungslosem Einverständnis – gleichzusetzen mit der blinden Ignoranz alles Negativen, die treffend mit der Metapher der rosaroten Brille zu beschreiben ist – über Wut bezüglich der Verhaltensweisen der Geliebten bis hin zur beleidigten Gleichgültigkeit – die unterschiedlichen Emotionen sind mitunter mannigfaltig. Um die Beidseitigkeit dieser Zuneigung unter Beweis zu stellen, haben sich die Verantwortlichen Eintracht Braunschweigs vor einiger Zeit eine Werbeaktion überlegt, bei welcher blaugelbe Liebesbeweise auf Werbeplakate gebannt wurden. „Wahre Liebe hält eine Ewigkeit“ prangte fortan von den Braunschweiger Litfasssäulen – natürlich unterlegt mit den Vereinsfarben, damit sich Liebeserklärung der Marketingabteilung auch die Richtigen anspricht. Seit der Renovierung macht nun auch die neue Stadionkneipe den nur wenige Schritte weiter beheimateten Löwen ständig den Hof, indem der Schriftzug „Wahre Liebe“ – der Name der Gaststätte – dauerhaft auf die Spielstätte scheint. Den Status einer Kultkneipe nimmt die „Wahre Liebe“ mit Recht in Anspruch. Dabei tritt sie jedoch in große Fußstapfen. Der Kultstatus einer „Urkneipe“ , in der die freigesetzten Emotionen und Gedanken rund um den Verein ein Zuhause bekommen, ist jedoch nicht neu. Die „Wahre Liebe“ wird auch in Gedenken an Helmut „Conni” Eckleben weiter geführt. Dieser hatte mit seiner Kultkneipe „Zum gemütlichen Conni“ ein Stück Braunschweiger Traditionsgeschichte geschrieben. „Conni“ war ein großer Eintracht Fan, durch dessen Venen definitiv blau-gelbes Blut geflossen sein muss. In seiner Kneipe ging es immer um den Ball, den Verein und die selbstgemachten Hähnchen. Gestandene Männer sprechen auch heute noch von den besten Hähnchen der Welt. Dieses Gericht findet sich aktuell auf der Speisekarte der „Wahren Liebe“ unter „Connis Vermächtnis“ wieder. Und auch auf anderen Wegen hat die Seele der ehemaligen Braunschweiger Kultkneipe ihren Weg in die „Wahre Liebe“ gefunden.  Die Stadionwirtschaft hat die berühmte Sitzecke mit Bildern und sogar das Klavier mit Einwilligung Witwe Sigrid in die neuen Räumlichkeiten integriert.  

31.Blau–Gelb

„In den Farben Blau und Gelb. Den schönsten Farben dieser Welt“, heißt es in einem der berühmtesten und aussagekräftigsten Schlachtgesänge der Anhängerschaft Eintracht Braunschweigs. Allgemein stellen die Vereinsfarben eines der wichtigsten Identifikations- und Abgrenzungsmerkmale der gesamten Fankultur dar.  Wie aber kommt es zu der individuellen Farbwahl – oder spezifischer: Warum kleiden sich die Braunschweiger Löwen seit jeher in blaugelb? Die Antwort auf diese Frage hat ihren Ursprung lange vor der Vereinsgründung im Jahre 1895. Abgesehen von der Zeitspanne zwischen den Jahren 1814 und 1831 zierten die Flagge des Braunschweiger Landes generell die Farben Blau und Gelb. Abgeleitet wurde diese Kombination vom Wappen des Herzogtums Braunschweig, welches im 13. Jahrhundert einen blauen Löwen auf gelbem Grund bettete, der von roten Herzen umschmeichelt war.  Bezogen auf Eintracht Braunschweig könnte diese geschichtliche Herleitung kaum passender sein – besonders vor dem Hintergrund des Traditionsbewusstseins rund um den Verein. Der Löwe suggeriert nicht nur Kampfeslust, sondern in gleichem Maße Erhabenheit und macht eine gleichzeitige Assoziation mit der Stadt Heinrichs des Löwen unumgänglich. Die Farbgebung ist, wie bereits erläutert, eng mit dem Braunschweiger Land verknüpft. Und zu guter Letzt illustrieren die Herzen das, was sich ein jeder, der es mit Eintracht Braunschweig hält, unwiderruflich auf die Fahnen geschrieben hat – nämlich wahre Liebe.

32.Meisterbier

In Braunschweig kennt sie mittlerweile jeder, der auch nur im Entferntesten etwas für Fußball oder Bier übrig hat: Die an die Braunschweiger Eintracht angelehnten Motto-Dosen des Hofbräuhauses Wolters. Ob mit traditionsschwangeren Sprüchen à la „Einmal Löwe, immer Löwe“, Triumpherinnerungen an die jüngsten Aufstiege oder aber simplen Designs in blaugelb – die Brauerei verpackt ihr allseits beliebtes Gerstenkaltgetränk in unregelmäßigen Abständen gerne in einer Hülle, welche die Verbundenheit zum ortsansässigen Fußballschwergewicht untermalt. Diese Methode ist allerdings nicht gänzlich neu. Zumindest nicht in der ihr zugrunde liegenden Form der Verewigung lokaler Helden oder Vereinsinsignien. Bereits vor beinahe 50 Dekaden fand eine ähnliche Idee ihren Ursprung – und zwar, um eine Reihe von Helden zu würdigen, die in der Löwenstadt keinerlei weiterer Bekanntmachung bedürfen. Im Anschluss an den größten Vereinserfolg Eintracht Braunschweigs – der Deutschen Fußballmeisterschaft im Jahre 1967 – produzierte die Dortmunder Union Brauerei das so genannte Meisterbier. Auf der Blechhülle, die das Gebräu umschloss, war das Konterfei jedes einzelnen Braunschweiger Meisterkickers abgebildet. Im Gegensatz zu den heute üblichen, praktischen Einweg-Metallhebeln war diese Dose noch mithilfe eines Dosenöffners von ihrem Deckel zu befreien – wobei detailorientierte Sammler wohl ohnehin nicht auf den Inhalt erpicht waren und die Büchse lieber verschlossen hielten.

33.Kumba

„Kum-be-la, Tor-Fa -brik!!“, der deutsch- kongolesische Fußballspieler ist in der Eintracht- Historie nicht mehr wegzudenken. Domi „Dominick“ Kumbela (*20.4.1984 in Kinshasa), kurz „Kumba“, war in der Saison 2007/2008 und von 2010 bis 2014 Stürmer der Braunschweiger Eintracht. 2007 wechselte Kumbela vom Regionalligist Rot-Weiß Erfurt zu Eintracht Braunschweig. Zum Saisonende verließ er die Löwen jedoch und spielte beim SC Paderborn 07. Doch „Kumba“ kehrte zurück. Und wie. 2010 erzielte er im blau-gelben Trikot in 38 Drittligaspielen 19 Tore und war somit am Aufstieg 2010/11 in die 2te Liga beteiligt. Diese Glückssträhne blieb ihm weiterhin erhalten. In der 2. Bundesliga platzierte er sich als der erfolgreichste Torschütze der Löwen. In der Saison 2012/13 stieg „Kumba“ mit seiner Mannschaft in die Bundesliga auf.  Leider verpasste er aufgrund eines Sehnenanrisses den Bundesliga Saisonstart. Hört man „Kumba“, so kommt einem auch der Begriff des „K+K-Sturms“ in den Sinn. Dieses Sturmduo, bestehend aus Dominick Kumbela und Dennis Kruppke, stellte mit 81 Treffern den Saison-Rekord 2010/11 für die meist erzielten Tore der Braunschweiger Eintracht. Kruppke, der Mann  für die Standards und Kumbela der gefährliche Mittelstürmer, der genau im richtigen Moment wusste, wo er zu stehen hatte, um einen Treffer zu erzielen. Sein erstes Bundesligator erzielte der temperamentvolle „Kumba“ beim Auswärtssieg gegen den VFL- Wolfsburg 2013. Er war der siebte Spieler der Bundesligahistorie, der als Einwechselspieler einen Hattrick erzielte. Berühmtheit erlangte der Kongolese auch durch seinen Fallrückzieher beim 3:1– Heimsieg über den 1. FSV Mainz 05 am 27. Spieltag der Bundesliga. Dieser wurde mit dem „Tor des Monats“ ausgezeichnet. Diese besondere Auszeichnung der ARD- Sportschau wurde Domi Kumbela persönlich von dem bekannten Sänger „Bosse“ aus Braunschweig überreicht. Und wo sonst, als direkt vor dem  Eintracht Stadion. Obwohl „Kumba“ seinen Vertrag bei Eintracht Braunschweig bis Ende Juni 2016 verlängert hatte, scheiterten die Verhandlungen zwischen dem Verein, da sein Vertrag nur für die 1. Liga galt. Domi Kumbela setzt sich bis heute engagiert gegen Diskriminierung und Rassismus ein. Seit 2014 kickt die einstige „Torfabrik“ der Löwen beim Erstligisten Kardemir Karabükspor in der Türkei. Momentan ist der Kicker nach eigener Aussage wieder auf Vereinssuche in Deutschland. 

34.Unser Eintracht

Für die blau-gelb verrückten Eintracht- Fans gibt es mittlerweile alles zu kaufen. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Vom Schnuller für den Nachwuchs bis hin zur Körbchendecke für den Fiffi. 2009 kam dann das, was bis dato noch fehlte: Ein Theaterstück. Initiatoren waren Christian Eitner, seines Zeichens musikalischer Leiter der Jazzkantine und Peter Schanz, Autor, Dramarturg und Regisseur am Staatstheater Braunschweig. „Unser Eintracht“, entstanden aus der Feder des kreativen Duos, sollte ein „musikalisches Trainingslager für die Braunschweiger Seele“ werden. (subway, 2009) Vom 13. August bis zum 6. September 2009 wurde das Theaterstück zweiundzwanzig Mal im Kleinen Haus des Staatstheaters gezeigt. Doch um was ging es eigentlich? Sah man auf der Bühne ein Tanzballet in blau-gelben Tutus? Ganz im Gegenteil! Es ging darum, die unterschiedlichsten Facetten rund um den Ball auf die Bühne zu bringen. Historische Momente, bekannte Spielszenen und die Fan- Liebe zum Verein wurden in „Unser Eintracht“ thematisiert.  Es agierte wie eine Enzyklopädie der Braunschweiger Fußballgeschichte, ein musikalisches Alphabet. Peter Schanz erklärte dazu: „Dazwischen gibt es natürlich auch ein J für Jägermeister, W wie Wolter (Horst) oder Wolters (Bier), O wie Oberliga und F wie Fuck 96.“ (subway, 2009) Für den Fan die perfekt dosierte Ladung Fußball– Verrücktheit, die den Zuschauer vor der Kulisse einer kompletten Arena mit grünem Rasen, Nord- und Südkurve, Anzeigetafel, den obligatorischen Auswärtskäfig und Bandenwerbung erwartete.Greifbares Stadionfeeling. 

35.Löwenkäfig

Er ist eng, rechteckig  und man würde es nie wagen, auch nur eine Hand hineinzustecken. Es herrscht eine gefährliche Stimmung, die Atmosphäre ist bis zum Äußersten gespannt. Diese Assoziationen weckt das Wort „Löwenkäfig“. Fährt der „Löwenkäfig“, der Mannschaftsbus der Braunschweiger Eintracht, vor das Stadion des gegnerischen Vereins, ändert sich dort die Stimmung schlagartig. Stille. Anspannung. Jeder Schritt wird genau beobachtet. Der ganze Bus in blau-gelbem Trikot, der rote Löwe blickt stolz und gefährlich in die Runde. Er ist nicht zu übersehen. Drinnen geht es heiß her. Hier kämpfen Löwen wie Marc Pfitzner und Miro Boland um einen Fensterplatz (abseits, 2014) und Busfahrer Christian „Bussi“ Skolik, dient als Chaffeur und Löwenbändiger zugleich. Der „Löwenkäfig“ ist mehr als nur ein Blitzschutz für die Spieler, er funktioniert als Identifikationsfigur für Mannschaft und Fans, ist Transport- und Kommunikationsmittel. Nicht umsonst finden seine Miniaturmodelle hohen Absatz im Fanartikelverkauf. Beliebt als Geschenk, oder auch als Trophäe für den heimischen Devotionalienschrank. 

36.Task Force

Während der Saison 2006/2007 herrschte bei Eintracht Braunschweig das blanke Chaos. In der damaligen Zweitligasaison war es den Löwen bis zum zwölften Spieltag lediglich ein einziges Mal gelungen, das Feld als Sieger zu verlassen. Das kurioseste an dieser Geschichte: Nach der 0:4-Niederlage bei Hansa Rostock am 10. November 2006 musste Trainer Djuradj Vasic seinen Posten an der Seitenlinie räumen – er war bereits der dritte Übungsleiter, den der designierte Zweitligaabsteiger bis zu diesem Zeitpunkt verschlissen hatte. In der Folge fühlte sich Unternehmer Jochen Staake dazu berufen, zur Rettung des Vereins eine so genannte Task Force (Definition laut Duden: für eine begrenzte Zeit gebildete Arbeitsgruppe [mit umfassenden Entscheidungskompetenzen] zur Lösung komplexer Probleme) ins Leben zu rufen. Die Aufgabe dieser Sondereinheit bestand in erster Linie darin, die Strukturen neu zu ordnen. Hochrangige Vereinsgrößen mussten ihren Hut nehmen oder wurden in ihren Kompetenzen beschnitten, mit Willi Reimann wurde ein Trainer vorgestellt, der in der Winterpause noch einmal mächtig Geld für neue Spieler ausgeben durfte. Der kurzfristige Erfolg jedoch blieb aus. Am 20. März 2007 waren auch Reimanns Tage an der Hamburger Straße gezählt, die Blau-Gelben hatten zu diesem Zeitpunkt nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Für den Rest der mittlerweile verlorenen Saison übernahm Dietmar Demuth die Betreuung der Mannschaft – er war der insgesamt fünfte Trainer, der die Löwen in dieser Spielzeit coachen durfte. Als letzte Amtshandlung fädelte die Task Force die Verpflichtung Benno Möhlmanns ein, der die Eintracht in der Regionalliga wieder in ruhigeres Fahrwasser führen sollte.

37.67. Minute

Eintracht-Fans ist dieses Ritual schon lange in Fleisch und Blut übergegangen: Sobald die Stadionuhr auf der Anzeigetafel auf 67 springt, schießen die blau-gelben Schals in einer Choreographie in die Höhe, die längst keiner Übung mehr bedarf. Wie auf Knopfdruck tauchen die Vereinsdevotionalien die Ränge plötzlich in ein Meer aus blau und gelb. Sechzig Sekunden lang weht nur noch eine Fahne im Wind, deren Tuch mit der Aufschrift „67. Minute“ versehen ist. Und dann wird gesungen: „Deutscher Meister, Deutscher Meister, in den Farben gelb und blau; Neunzehnhundertsiebenundsechzig, das war unser BTSV“, schallt es von den Rängen, bis die Zeitanzeige auf 68 vorangeschritten ist. Nachdem die Gänsehaut abgeklungen ist, mögen sich neutrale Zuschauer und Stadionneulinge an dieser Stelle nach dem Ursprung dieser Zeremonie fragen. Tradition hat unter den Anhängern der Löwen seit jeher eine wichtige Rolle inne. Helden werden in der Okerstadt nicht vergessen. Aus diesem Grund werden durch beschriebenen Ritus jene Heroen geehrt, die es vermochten, im Jahre 1967 zum ersten und bislang einzigen Mal die Trophäe des Deutschen Fußballmeisters nach Braunschweig zu holen – und das bei jedem Auftritt der Blau-Gelben, egal in welcher Liga, unabhängig von Heim- oder Auswärtsspielen. Der Moment, in dem Joachim Bäse am 3. Juni 1967 die Meisterschale in Richtung Himmel reckte, soll jedem Stadionbesucher auf ewig in Erinnerung bleiben.

38.Capitano

Er ist genau das, was einen „Capitano“ ausmacht. Dennis Kruppke steht für seine Mannschaft und die Fans als eine Leitfigur par excellence. In 204 Einsätzen erzielte der Stürmer mit der Rückennummer 32 über 61 Tore für Eintracht Braunschweig und bereitete unzählige Torchancen vor.  Er war 2012 NDR Nord- Sportler des Jahres und mit seinen elf Ligatreffern bedeutend für die Aufstiegssaison der Löwen 2013/2014. Braunschweig ist seine Heimat. Doch was zog Kruppke damals in die Löwenstadt? Wir schreiben das Jahr 2008. Die Braunschweiger Eintracht sucht händeringend nach einer Verstärkung in der Offensive. Die Mannschaft von Benno Möhlmann kämpft um ihren Platz in der 3. Liga. Durch Deniz Dogan wird der Spieler beim Vfb Lübeck, Dennis Kruppke, mit dem damaligen Trainer der Löwen in Kontakt gebracht. Der Beginn einer Erfolgsserie. Mit ihm im Kader: Holger Wehlage, Domi Kumbela, Fabian Bröcker und Valentin Nastase. Der Mittelfeldstürmer Kruppke entscheidet mit dem Herzen und wechselt in die Mannschaft, die kurze Zeit später von Torsten Lieberknecht übernommen wird. Seine Entscheidung für Eintracht kommentiert der gebürtige Mainzer mit folgenden Worten: „ ...das zu Hause zu vermitteln war jedoch nicht leicht, denn die anderen Angebote wären natürlich sicherer gewesen. Mein Bauchgefühl hat mir aber gesagt, dass Eintracht das Richtige ist. Hier weißt du, warum du Fußball spielst.“ (abseits, 2015) Kurz nach der Aufnahme von Dennis Kruppke gelingt Eintracht Braunschweig die „Last- Minute- Qualifikation“. Schon bald wird klar: Kruppke ist nicht mehr aus der blau- gelben Mannschaft wegzudenken. Nachdem Dennis Brinkmann Eintracht Braunschweig 2010 verlässt, übernimmt Kruppke die Kapitänsbinde und wird „el capitano“. Er wird zur besseren Hälfte von Torsten Lieberkencht, seine rechte Hand auf dem Spielfeld. Unvergessen ist auch der sagenhafte „K+K Sturm“, den Kruppke mit Domi „Kumba“ Kumbela bildete. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga wird der „Capitano“ durch eine Knieverletzung außer Gefecht gesetzt, sodass er nur bedingt in der Saison 2013/14 mitkicken kann. Der Feuersturm bleibt aus, die Löwen steigen ab. Trotzdem bleibt Kruppke der Mannschaft treu. Schließlich verlässt ein Kapitän als letzter das sinkende Schiff.  Heute kann Dennis Kruppke auf 17 Jahre Profifußball zurückblicken. Ende dieser Saison läuft sein Vertrag aus und so wie es aussieht, hängt  er seine Fußballschuhe im Alter von 35 Jahren an den Nagel. Denn auch die Verletzungen am Knie haben dem Kapitän in dieser Saison wieder ordentlich zu schaffen gemacht. „Wenn irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo ich mich nur noch quäle, dann möchte ich das nicht mehr.“ (abseits, 2015) Kapitän, wir ziehen unseren Hut vor dir! 

39.Hennes

Als am 07.04.2013 die Nachricht von Johannes Jäckers Tod publik wurde, hielt die Fußballwelt den Atem an. Nicht nur für den Verein, sondern auch für eine ganze Generation war der Tod des 85- jährigen Eintrachter Urgesteins ein herber Verlust. Diese besondere Vereinsliebe begann mit einem zufälligen Glücksfall. Jäcker, der damalige Keeper beim 1. FC Köln, fühlte  sich in seiner Position und in der Mannschaft nicht besonders wohl und nahm 1956 das Angebot des damaligen Trainers Kurt Baluses  an,  zu den Braunschweiger Löwen zu wechseln. Er kam, er sah, er blieb. Jäcker wurde Stammkeeper des Eintracht Braunschweig Kaders und absolvierte von 1956 bis 1967 über 270 Spiele für seine Jungs. ”Hennes“ war zur Identifikationsfigur vieler treuer Fans geworden, auch nach seiner aktiven Karriere im Fußballsport. Er war Löwe durch und durch. In der Meistersaison 1966/67 wurde Jäcker nur zweimal eingesetzt, da Ex- Nationalspieler Horst Wolter ihn von seiner Position als Torwart verdrängt hatte. Noch im gleichen Jahr beendete er seine aktive Karriere. Doch blieb er dem Fußball, seiner Eintracht treu. Von 1968 bis 1972 trainierte er mit Erfolg die A Jugend des Vereins. Sogar das Präsidentenamt stellte der ehemalige Starkicker in den Jahren 1980 bis 1983. Hennes Jäcker wurde die DFB- Verdienstnadel in Silber und Gold verliehen, eine hohe Ehrung, die seine Verdienste um den Fußballsport honorierten. Sebastian Ebel, Präsident des BTSV, kommentierte den Tod Jäckers 2013 mit berührenden Worten: „Mit Hennes Jäcker hat die Eintracht einen treuen Freund verloren, der als Meisterspieler und Präsident überaus erfolgreich gewirkt hat. Darüber hinaus verliere ich mit ihm einen Freund, der mich schon als Lehrer an der Gaußschule nachhaltig geprägt hat und mich zuletzt zu meinem Engagement bei der Eintracht gebracht hat.“ Die Vielseitigkeit Jäckers wurde auch in seinen unterschiedlichen beruflichen Tätigkeitsfeldern deutlich. Abseits des Fußballs war der ehemalige Torwart und FDP- Mitglied Bezirksbürgermeister des Braunschweiger Stadtteils Mascherode. Ebenso war er nach seiner Karriere bei Eintracht als Latein- und Sportlehrer an der Gaußschule in der Löwenstadt tätig. Selbst im hohen Alter wurde Jäcker nicht müde, sich engagiert und produktiv zu zeigen. Er führte bis zu seinem Tod eine Mutter –Kind – Kurklinik auf Rügen und glänzte durch seine positive Lebensart und dem Wunsch, anderen zu helfen und durch Fußball zu begeistern. Seine musikalische Ader kam immer wieder durch. Ein Jahr vor seinem Tod ergriff “Hennes” spontan die Initiative und setzte sich zum 45-jährigen Jubiläum der Meisterschaft noch einmal an das Klavier, um mit seinen alten Mannschaftskollegen die Lieder von früher zu trällern. 

40.Leo

Er schüttelt Hände, macht Faxen im ganz großen Stil und lässt Kinderherzen höher schlagen. Seit der Saison 2007/2008 ist er fester Bestandteil von Eintracht Braunschweig. Die Rede ist von Maskottchen Leo. Natürlich ein stattlicher Löwe im blau-gelben Trikot. Der fast 2 Meter große Leo trägt die Rückennummer 1895, das Gründungsjahr des BTSV. Das Maskottchen kümmert sich bei den Heimspielen um die kleinen Fans der Eintracht. Er feuert an und tröstet bei Niederlagen. Bevorzugt im KNAX-Kinderland, während die großen Fans im Stadion mitfiebern. Doch Leos Arbeitsfeld beschränkt sich nicht nur auf das Eintracht- Stadion. Er ist ebenso in Kindergärten, Schulen und Sportvereinen anzutreffen. Hinter dem Maskottchen, oder besser- in dem Maskottchen steckt Hans Georg Tallig. Schon seit 20 Jahren arbeitet er in Löwenkostümen.  Zunächst als Löwe bei den Lions, dann als Leo bei Eintracht. Tallig war sofort Feuer und Flamme, für den Job,  als das Kostüm zusammen mit Kindern von Eintracht Braunschweig designed wurde. Hans Georg Tallig hat eine besondere Bindung zu Eintracht Braunschweig, ist er doch in unmittelbarer Nähe zum Stadion aufgewachsen. Er selbst erinnert sich: „...bis zu Zeiten von Hennes Jäcker. Da haben wir Jungs immer die Bälle geholt.“ (insport38, 2011) Leo ist beliebt, mehr als 300 Einsätze hat er in einem Jahr. Kaum zu schaffen für einen allein. Der „Ur-Löwe“ hat Verstärkung von einer tatkräftigen Helferin: Karin Buttler. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte das sportliche Duell von Eintracht–Leo und Lions–Löwe Hank. Das Rennen galt nach dem Vorbild der legendären Maskottchen– Rennen, die jährlich in den USA stattfinden. Die Braunschweiger Löwen traten als Höhepunkt der Schulsportaktion „Speed4“ an,  eine Aktion  gegen Bewegungsmangel in Schulen. Tallig bringt es nach dem Rennen auf den Punkt: „Das Lachen der Kinder und die strahlenden Augen sind der schönste Lohn fürs Schwitzen.“ (insport38, 2011) 

41.Cello

Als Marcel „Cello“ Correia im Sommer 2011 zu den Löwen stieß, war er ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt im deutschen Profifußball. Von der Zweitvertretung des 1. FC Kaiserslautern kommend, wies der Deutsch-Portugiese einen Marktwert von gerade einmal etwa 200.000 Euro auf. Was folgte, war die Erkenntnis, dass die Scouts von Eintracht Braunschweig ganze Arbeit geleistet hatten. Sowohl in der 2. Bundesliga als auch im Fußball-Oberhaus stellte „Cello“ sein hohes Potenzial unter Beweis, wurde zur Säule in der Braunschweiger Defensive. Eigentlich in der Verteidigung beheimatet, kann Correia bei Zeiten aber seinen Offensivdrang nicht unterdrücken. Diese Flucht nach vorne zeugt von zusätzlichen Qualitäten, die auch moderne Innenverteidiger der internationalen Klasse an den Tag legen – dann und wann geht sie dennoch im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los und zieht Gefahren für die eigene Hintermannschaft nach sich. Wie zuvor angedeutet: Marcel Correia ist aus Profession Innenverteidiger. Ob seiner Variabilität – manchmal auch aufgrund Personalmangels – wurde er aber auch schon mit anderen Aufgaben betraut. Mal als Außenverteidiger, zuletzt sogar probeweise für den Spielaufbau im defensiven Mittelfeld verantwortlich: Geht es darum, verteidigungsorientierte Positionen zu besetzen, scheint Marcel „Cello“ Correia für Trainer Torsten Lieberknecht eine Art Allzweckwaffe zu sein.

42.Traum von Liga 1

Das Wort „Traum“ behandelt die psychische Aktivität während des Schlafes. Er wird als besondere Form des Erlebens im Schlaf charakterisiert, der häufig von lebhaften Bildern begleitet und mit intensiven Gefühlen verbunden ist. „Der Traum von Liga 1“ ist mehr als nur eine nachtaktive Fiktion. Diese fünf Wörter könnten nicht besser jenes Vereinsgefühl ausdrücken, welches Eintracht Braunschweig, die Mannschaft und die Fans in der Saison 2013/2014 besonders prägten.  Dieser „Traum von Liga 1“ wurde seit der dem Abstieg 1985 wieder real. Er wurde greifbar, er blieb nicht nur eine Wunschvorstellung, auf die man bis dato hoffte. Und auch die Fans machten deutlich, dass für sie der Traum vom Aufstieg greifbar war. Beim Spiel gegen den Zweitligisten Kaiserslautern in der Saison 2013/14 begeisterten die Fans den Eintracht- Trainer Torsten Lieberknecht mit einer besonderen Aktion. Auf allen vier Tribünen wurden Schilder mit der Aufschrift: „Traum von Liga 1“ hochgehalten, quasi als Choreografie vorgeführt. Organisiert wurde dies von der Braunschweiger Ultra-Gruppierung Cattiva. Dieses Bekenntnis der Fans, ihr Glaube an die Stärke und das Durchsetzungsvermögen der Mannschaft, imponierte Lieberknecht ungemein. „Bei den Jungs möchte ich mich extra bedanken. Als wir vor Anpfiff ins Stadion kamen, hatten wir alle ein unglaubliches Gänsehaut- Gefühl.“ (Wolfsburger Allgemeine, 2013) Der Traum von Liga 1 als Wunscherfüllung. Diesem wurde auch musikalisch Nachdruck verliehen. „Traum von Liga 1, nach München oder Mainz. Nach Dortmund und zum S04 – Den Aufstieg wollen wir!“ Dieses Lied wurde 2013 zum ersten Mal beim Heimspiel gegen VfR Aalen gesungen. Es sollte dem Team klar machen, dass die Fans geschlossen hinter ihrer Mannschaft standen und an den Aufstieg, sowie das fußballerische Können der Jungs glaubten. Die von Frank Fahrian komponierte Melodie wurde von dem Hit „Traum von Amsterdam“ übernommen. Dieser wurde durch die Sängerin Cora in den 80ern bekannt. Und dann wurde der Traum tatsächlich wahr. 28 Jahre nach dem letzten Abstieg, fünf Jahre nach der Last-Minute-Qualifikation, kehrte die Eintracht zurück in die Bundesliga.

43.Bella

Er hat es wirklich allen gezeigt. Schließlich hat er die seit 2014 frei gewordene Rückennummer „11“ von Miroslav Klose im DFB-Kader übernommen. Noch Fragen? Geboren in Berlin, aufgewachsen im sozialen Brennpunkt in Bremen. Karim „Bella“ Bellarabi hat nicht wirklich einen einfachen Start gehabt. Seine Fußballkarriere begann der heute 25- jährige in der Jugendabteilung des SV Werder Bremen, bei dem er sechs Jahre spielte. 2004 wechselte er zum FC Oberneuland. Es war Thorsten Lieberknecht, der den jungen, dynamischen Spieler entdeckte und auf direktem Wege 2008 in die Eintracht U-19 Nachwuchsmannschaft holte. In der Saison 2008/2009 debütierte er unter Lieberknecht für Eintracht Braunschweig in der Dritten Liga. „Bella“ erwieß sich als wahrhaftiger Glücksgriff. In der Saison 2010/11 war er mit 8 Toren und 16 Torvorlagen am Aufstieg in die 2. Liga und der Meisterschaft in der dritten Liga beteiligt. Die Erfolge, die er mit Eintracht Braunschweig erzielte, blieben natürlich nicht unentdeckt. Das Talent des jungen Stürmers nutzte der Bundesligist Bayer 04 Leverkusen und verpflichtete Bellarabi. Dieser erzielte im Heimspiel gegen den FC Bayern München sein erstes Bundesligator. Und die Reise ging weiter. Im Europapokalspiel wurde „Bella“  gegen den FC Barcelona im Champions League Achtelfinale 2011/12 eingesetzt und gab dort sein Debut als Torschütze. Doch auch wenn Bellarabi die Höhenflüge seiner Karriere mit Leverkusen feierte, vergaß er nie seinen Verein, die Braunschweiger Eintracht. Einmal Löwe­ – immer Löwe. Nach dem Aufstieg der Löwen 2013/1014 kehrte er in die blau-gelbe Elf zurück. Wenn auch nur leihweise. In den 26 Bundesligaspielen der Mannschaft,  schoss Bellarabi drei Tore und war für fünf weitere der Mittelsmann. „Bella- bella- bellisima!“  Doch leider konnte dies den Abstieg der Eintracht nach der Saison nicht verhindern.  Bellarabi litt mit, verlängerte aber im selben Jahr seinen Vertrag mit Leverkusen bis Juni 2015. Nach seinem Länderspieldebüt im EM- Qualifikationsspiel gegen Polen, entscheid sich endgültig, dass Bellarabi in Zukunft für den DFB zur Verfügung steht und nicht, wie erst vermutet, für die marokkanische Nationalmannschaft spielen könnte. Zuvor hatte es ein geheimes Treffen mit dem marokkanischen Nationaltrainer Badou Zaki gegeben. Privat jettet der Leverkusener gerne in der Weltgeschichte herum und lässt sich in Miami mit US- Rappern und viel „Bling Bling“ ablichten. Diese postet er fleißig bei Facebook und schreibt provokativ darunter: „Hate it, or love it!“ (http://www.bild.de/sport/fussball/karim-bellarabi/trifft-us-rap-star-41162168.bild.html) Der Nationalspieler mit marokkanischer Abstammung hat einen Lauf. Sein Fußball ist nicht nur schön anzuschauen, sondern auch unheimlich effizient. Anfang des Jahres traten Gerüchte auf, dass der schussstrake Angreifer von niemand anderen als dem FC Bayern angeworben wurde. Vor kurzem fiel die Entscheidung: Bella bleibt bei Bayern Leverkusen, verlängert bis 2020.

44.Totte

Lobhuldigungen, Liebeserklärungen, grenzenlose Verehrung: Mit seiner Arbeit und dem Erreichten hat Torsten „Totte“ Lieberknecht im Umfeld Eintracht Braunschweigs mittlerweile einen Status erlangt, mit dem sich höchstens Meistertrainer Helmuth Johannsen messen kann. Nachdem er von 2003 bis 2007 als Aktiver den Rasen des Stadions an der Hamburger Straße umgepflügt hatte, schlug Lieberknecht seine Trainerlaufbahn ein – vorerst als Übungsleiter der U19. Der Ruf des Herrenbereichs ließ allerdings nicht lange auf sich warten: Als die Braunschweiger Eintracht in die Viertklassigkeit und damit ins fußballerische Niemandsland abzustürzen drohte, löste „Totte“ Benno Möhlmann ab und ermöglichte – mit etwas Schützenhilfe – in letzter Sekunde die Qualifikation zur 3. Liga. Von nun an zeigte die Erfolgskurve beinahe permanent nach oben, gipfelte in der Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs. Eine Spielzeitlang durfte sich Lieberknecht nun auf national höchstmöglichem Niveau mit den Schiedsrichterassistenten anlegen. Der direkte Wiederabstieg warf den charismatischen Pfälzer nicht aus dem Sattel. Trotz des 18. Tabellenplatzes kam nie eine Trainerdiskussion auf. Diese Wertschätzung zahlt Lieberknecht mit grenzenloser Loyalität und Identifikation zurück – sowohl auf als auch neben dem Platz und wenn es sein muss, dann auch lautstark. So beispielsweise geschehen bei der berühmten „Pissverein-Rede“, mithilfe derer der Fußballlehrer vor laufender Kamera auf den fehlenden Kredit aufmerksam machte, den seine Farben bei den Unparteiischen der 1. Bundesliga genießen. Den oben genannten Helmuth Johannsen hat Torsten Lieberknecht mittlerweile als dienstältesten Eintracht-Coach abgelöst. "Es gibt Momente, in denen du merkst, du bist dieser kleine Piss-Verein, der bei den Schiedsrichtern nicht diese Wahrnehmung hat. Die 50:50-Entscheidungen fallen immer für den Großen aus."

45.Südkurve

Als kapazitätsstärkste Tribüne des Stadions an der Hamburger Straße verwandeln 9075 Zuschauer die Südkurve bei Heimspielen von Eintracht Braunschweig regelmäßig zum Kern der fußballkulturellen Stimmung. Das lautstarke Epizentrum bildet dabei Block 9, der seine Gäste bereits am Treppenaufstieg mit einem Schild mit der Aufschrift „Stimmungsblock – ausrasten und mitmachen ist Pflicht“ an die Verbindlichkeit zur Unterstützung der eigenen Farben erinnert und während der 90 Fußballminuten in einem wahren Fahnenmeer versinkt. Beim berühmten Harz-und-Heideland-Lied beispielsweise spielt sich die Szenerie folgendermaßen ab: Der neunte Block singt eine Textzeile vor, die übrige Südkurve – und natürlich auch weite Teile des restlichen Stadions – krakeelen diese lauthals nach. Die Stehplatztribüne bietet verschiedensten Fanclubs im 14-täglichen Rhythmus bei Heimpartien der Braunschweiger Eintracht Zuflucht. Von Block 5 bis Block 9 hängen dann unterschiedliche Banner, deren Aufschrift – meist in blau-gelb gehalten – der visuellen Unterstützung dient. Im Zuge von Modernisierungsarbeiten wurde die Südkurve Mitte der neunziger Jahre abgerissen. Nach dem Neuaufbau bot sie oben genannten 9075 Zuschauern Platz, um die Löwen anzufeuern – das gesamte Areal der Stehplatztribüne war fortan überdacht. Für Braunschweiger Fußballliebhaber hat die Südkurve einen Status inne, dessen Symbolcharakter in Bezug auf vorzügliche Stimmung und vorbildliche Unterstützung der Mannschaft die Bedeutung Eintracht Braunschweigs sinnbildlich zusammenfasst.

46.Braunschweiger Jungs

„Braunschweiger Jungs, Braunschweiger Jung, wir sind alle Braunschweiger Jungs“ ist ein weiterer Schlachtgesang derer, die es mit den Blau-Gelben halten. Bereits vor sowie auch nach den Heimauftritten der Löwen wird er von den Eintracht-Anhängern gerne in den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Besten gegeben, um Busse und Straßenbahnen zum Schunkeln zu bringen. Während der Partien kommt er natürlich ebenfalls zum Einsatz. Neben Fanliedern wie „Zwischen Harz und Heideland“ zielt auch dieser Ausruf auf die in Braunschweig so wichtige regionale Identifikation ab. Dabei beschränkt sich der Schlachtruf nicht ausschließlich auf die Anhängerschaft, sondern projiziert seinen Kern ebenfalls auf die Mannschaft und ihre Spieler – und dabei im Besonderen auf einen ganz bestimmten Akteur: Sobald Lokalmatador Marc Pfitzner – der wie kaum ein anderer die von der Zuschauerschar so gerne honorierten Attribute Einsatz und Kampfeswillen auf sich vereint – bei einer Einwechslung den Rasen betritt, schallt der Schlachtruf von den Rängen. Als gebürtiger Braunschweiger ist Pfitzner auf dem Platz so etwas wie die Stellvertretung der gesamten Fangemeinde – das wird durch den Gesang nicht nur unterstrichen, sondern auch belohnt. Vom Hofbräuhaus Wolters wurde diese Assoziation im Frühjahr 2015 auf einer limitierten Bierdose verewigt: Auf dem bedruckten Blech ist das Konterfei Pfitzners zu sehen, daneben steht in dicken Lettern „Braunschweiger Jungs“. Des Weiteren hat sich beispielsweise der Fanclub „Braunschweiger Jungs 95“ dieses Spruchs bedient, um die regionale Verbundenheit auszudrücken.

47.Roter Löwe

In einem der bekanntesten Fangesänge Eintracht Braunschweigs heißt es in einer Liedzeile: „Ein roter Löwe auf der Brust.“ Seit jeher – ausgenommen während der Jägermeister-Ära – tragen die Blau-Gelben den roten Löwen quasi als Galionsfigur in jeden sportlichen Wettkampf. Zeitweise von einer Raute umschlossen, meist aber in eine Dreiecksschildform eingefasst: Das Wappentier symbolisiert Tradition und Identifikation – mit dem Verein und der Stadt gleichermaßen. Seinen Weg in das Vereinswappen beziehungsweise auf das Trikot der Braunschweiger Eintracht fand der rote Löwe in Anlehnung an das Wappen der Stadt Braunschweig, das sich wiederum auf die Symbolik königlicher Würde und Mutes bezieht, wie sie unter anderem Heinrich der Löwe für sich beanspruchte. In einem 1438 dokumentierten Wappenbrief schenkt König Albrecht II. dem Löwen als Signum der Stadt mit folgenden Worten Anerkennung: „[dass die Stadt] einen wissen schilt und darin einen erhabenen roten lewen mit einem ufgeworfenen tzagel uber des lewen rucke gestreckt […] vor langen ziijten und lenger dann in menschen gedechtniß sij […] zu schimphe und zu ernste gefuret und gebruchet.“ (Quelle: Wikipedia) Neben der blau-gelben Farbgebung ist der rote Löwe – oder auch der Löwe im Allgemeinen – das wohl wichtigste Zugehörigkeitsmerkmal der Anhänger Eintracht Braunschweigs. 

48.Kleiner Pissverein

„Es gab dann wieder Momente, wo du merkst: Du bist dieser kleine Pissverein. Du bist dieser Pissverein, der auch bei den Schiedsrichtern nicht die Wahrnehmung hat.“ Nein, dieses Zitat stammt nicht vom temperamentvollen Jürgen Klopp, sondern von seinem ehemaligen Mitspieler und Eintracht- Trainer Torsten Lieberknecht. Und ja: Er spricht hier von seiner eigenen Mannschaft. Doch warum ist Lieberknecht der Kragen geplatzt? Grund dafür bot die 0-4 Niederlage der Löwen in Hamburg. Eintracht Braunschweig hatte zuvor in drei Spielen, drei Pleiten hinnehmen müssen. So hatte sich die Mannschaft den Bundesliga-Auftakt garantiert nicht vorgestellt. Nach diesem Negativ- Höhepunkt der Saison kam es dann zum folgenden Ausruf. Lieberknecht schien sich an den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns rund um Knut Kircher zu stören. „50:50 Entscheidungen fallen immer auf die Großen aus. Und damit kämpfen wir. Seit dem ersten Spieltag. Es ist nicht nur so, dass meine Mannschaft auf dem Platz kämpft wie die Beserker und alles versucht, sondern wir müssen mit viel mehr Dingen kämpfen.“ Doch wie man weiß, lässt sich aus jeder Not eine Tugend machen. Kaum war der Ausruf „kleiner Pissverein“ publik, wurden medienwirksam T- Shirts in blau-gelb bedruckt auf denen in großen Lettern stand: „Ich bin Fan vom kleinen Pissverein.“ 

49.Bole

Geboren am 23. April 1987 in Wesel begann Mirko „Bole“ Boland das Fußballspielen beim SV Rees, wurde später in den renommierten Ausbildungsstätten der Ruhrpottklubs FC Schalke 04 und MSV Duisburg weitergeformt. In Meiderich sollte er im Alter von 21 Jahren seinen ersten Profikontrakt unterschreiben – doch das Glück hielt nicht lange. Bereits wenige Monate später fiel er einer Kaderreduktion zum Opfer; der Vertrag wurde aufgelöst. Der Weg war nun frei für einen Transfer nach Braunschweig. Seit Januar 2009 ist „Bole“ jetzt Teil der Braunschweiger Eintracht und nutzte seither die Zeit, um – neben Marc Pfitzner – zur wohl größten Identifikationsfigur der Lieberknecht-Ära zu reifen. Den Meilenstein, der die Marke von 200 Einsätzen im Löwentrikot markiert, hat er mittlerweile schon ein ganzes Stück hinter sich gelassen. Auf der Mittelfeld-Achse hat Boland schon jede Position bekleiden dürfen. Am wohlsten fühlt er selbst sich aber in der Zentrale, wo er seine Kampf- und Zweikampfstärke ideal einbringen kann. Eben diese Vorzüge sind es auch, die es Boland erlauben, den berühmten Funken vom Spielfeld auf die Ränge überspringen zu lassen. Wenn der Rest der Mannschaft bereits auf dem Zahnfleisch geht, haut er sich weiterhin unerbittlich in die Zweikämpfe, geht unheimlich lange Wege – meist im Vollsprint. Die Zuschauer honorieren diese Attribute gerne. Und Mirko Boland zahlt das Vertrauen zurück: In den letzten Bundesliga-Wochen der Saison 2013/2014 verlängerte er sein Arbeitspapier bis 2017 – unabhängig von Eintracht Braunschweigs Ligazugehörigkeit.

50.ChicKen

Ken „ChicKen“ Reichel (* 19 Dezember 1986 in Berlin) hat bereits im zarten Alter von fünf Jahren das Fußballspielen für sich entdeckt. Erkannt und gefördert wurde seine Qualität bei seinem Heimatclub SV Tasmania Berlin, wo er bis zur A-Jugend die Stiefel schnürte und sich dabei in die Notizbücher der Talentspäher spielte. Es folgte der Wechsel zum Hamburger SV. Bei den Rothosen kam Reichel in zwei Jahren auf 35 Einsätze in der Zweitvertretung, der Sprung zu den „Großen“ blieb ihm aber verwehrt – ein Glücksfall für Eintracht Braunschweig, wie sich in den Folgejahren herausstellen sollte. Auf den Außenverteidiger aufmerksam geworden, gelang es den Löwen, den Linksfuß im Jahr 2007 ablösefrei an die Oker zu transferieren. Fortan erlebte „ChicKen“ sämtliche Höhen und Tiefen, die der Mannschaftssport zu bieten hat, legte dabei eine vorzügliche sportliche Entwicklung hin. Anfangs mit Abstechern in die Löwenreserve kämpfte er sich immer näher an die 1. Mannschaft heran. Gegenwärtig ist Ken Reichel kaum noch aus der Formation Torsten Lieberknechts wegzudenken. Eigentlich auf der linken Verteidigerseite beheimatet, kommt er dann und wann auch in der Innenverteidigung zum Einsatz und führt die Blau-Gelben mittlerweile als Mannschaftskapitän auf das Spielfeld. Was das Mannschaftsabschneiden angeht, hat der gebürtige Berliner in Braunschweig ein Stahlbad durchlaufen, das kaum zu überbieten ist: Vom Beinahe-Abstieg in die Fußballbedeutungslosigkeit im Jahr 2008 bis zum Aufstieg in die deutsche Beletage 2013 hat er auf der Emotionsleiter schon jetzt beinahe alles durchlebt, was es für einen Fußballprofi zu durchleben gibt; insgesamt war er bei zwei Aufstiegen und einem Abstieg dabei. Aufgrund seiner Positionierung eher für die Abwehrarbeit zuständig, imponiert der Linksfuß aber hin und wieder auch im Angriff. Sucht er den Torschuss, dann meistens nach dem Motto: „Entweder der Ball landet auf der Rheingoldstraße oder der Torhüter sieht ihn erst, wenn er vom Tornetz wieder in den Strafraum katapultiert wird.”

51.Die Fans

Die Fans und die damit verbundene Fankultur haben bei Eintracht Braunschweig und seinen Anhängern einen besonderen Status inne. Zwar gibt es bei einzelnen Fangruppierungen, deren Erscheinungsbild sowie deren Art des Unterstützung der eigenen Farben mannigfaltige Unterschiede – in einem Aspekt sind sich jedoch alle einig, die es mit den Blau-Gelben halten: Eintracht ist alles! Gerade bei den Südkurvenunterstützern – insbesondere bei Stammgästen des Stimmungsblocks 9 – ist dieses Motto Programm. Ob durch eindrucksvolle Choreographien bei Heimspielen an der Hamburger Straße oder Stimmbandüberreizungen in fremden Arenen der gesamten Bundesrepublik: Der Kern der Fans versteht sich genauso als Repräsentant des Vereins wie die Spieler auf dem Feld. Deshalb ist die Grunddevise, durch lautstarke und kreative Einflüsse von den Rängen auf sich aufmerksam zu machen und die Löwen bedingungslos nach vorne zu peitschen. Beispiel gefällig? Während der Bundesligasaison 2013/2014 bekamen die Braunschweiger Anhänger für ihren bedingungslosen Support bei Auswärtsspielen viel Ansehen aus anderen Fanszenen. Besonders die Unterstützung bei und nach der 1:3-Niederlage am letzten Spieltag in Hoffenheim brachte bundesweite Sympathiebekundungen ein, als die Mannschaft noch weit nach Spielende gefeiert wurde – obwohl an diesem Tag der Abstieg in die 2. Bundesliga besiegelt worden war. Aber auch abseits der südlichsten Tribüne gibt es Unterstützung auf unterschiedlichsten Ebenen. So nimmt der eine oder andere Altfan, der im Laufe der Zeit seinen Stehplatz gegen eine der Plastikschalen der Osttribüne eingetauscht hat, neben den jüngsten Anhängern Platz, die an der Seite ihrer Eltern die ersten Stadionerfahrungen sammeln. Vom finanzstarken Fan im Businessbereich über den Kuttenträger, der seit den 80er Jahren seinen Stammplatz in der Südkurve okkupiert bis zum Gelegenheitsbesucher in der Nordkurve kennt jeder das Harz-und-Heideland-Lied und weiß genau, was zu tun ist, wenn es heißt: „Steht auf, wenn ihr Löwen seid!“ 

52.The Ramonas

Sie selbst sagen über sich: „Wir können Fußball bunter machen!“ Als Gruppe einer Rockband sind sie ebenso wenig einzustufen, wie eine Anhäufung von Damen, die den Vornamen „Ramona“ ihr Eigen nennen dürfen. „The Ramonas“ ist ein eingetragener Fußballfanclub von Eintracht Braunschweig mit knapp 20 Mitgliedern. Es ist der erste und einzige Fanclub, der als Schutzpatronin einer Spielerfrau handelt. Und hier erklärt sich auch der Name. Patronin ist Ramona Perthel, ihres Zeichens Ehefrau von Ex Eintracht –Kicker Timo Perthel und österreichisches It-Girl. Der 1. Vorsitzende des Clubs über den Bezug zu Ramona Perthel: „Gut, Ramona sieht ganz anders aus und lebt auch ganz anders als wir. Aber sie gehört trotzdem mit zu Eintracht. Deswegen war sie ganz einfach interessant für uns. Sie mag uns und denkt nicht, dass wir sie den ganzen Tag durch den Kakao ziehen. Das wollen wir nämlich auf gar keinen Fall.“ Der Fanclub engagiert sich ehrenamtlich und ist bei den Eintracht- Spielen immer ganz vorne in der Südkurve mit dabei.  „The Ramonas“ geht es besonders um den Respekt innerhalb der Fußballszene und des alltäglichen Umganges miteinander. Sie wollen keinen Champagner für alle, sondern gegenseitige Toleranz. Für andere mag Ramona Perthel keine Galionsfigur für einen Fanclub darstellen, aber „The Ramonas“ spielen mit diesem Klischee und wollen somit positive Aufmerksamkeit erregen. Durch ihre bedruckten Shirts und der Facebook- Seite werden sie immer bekannter. „Wir sind ne bunte Tüte! Wir sind vielleicht auch etwas, das man nicht als Fanclub an sich erwartet. Aber wir finden das gut! (Interview Wortmuseum vom 29. 06. 2015) 

vor67nach

Innerhalb der SAMMLUNGFUSSBALL eröffnen wir die Ausstellung vor67nach mit Begriffen aus dem Umfeld von Eintracht Braunschweig.

Kabinett Finanzen - im Geschäftsbericht 2012 der Braunschweigischen Landessparkasse

Einen schönen Rückblick auf das Kooperationsprojekt "Kabinett Finanzen" zwischen der Braunschweigischen Landessparkasse und dem WORTMUSEUM gibt der Artikel im aktuellen Geschäftsbericht. Erinnerungen werden wach - schön war's und ist's, lesen lohnt.

Sparbuch des Finanzwortschatzes

Über das Druckwerk "Kabinett Finanzen" aus dem Appelhansverlag

 

Anhören:

Das gesprochene Wort

Wechselnde Einzelexponate aus dem Kabinett Finanzen zum Nachhören:

 

Mark | Kies

Moos auf der hohen Kante

Der zusammenfassende Beitrag von Radio Okerwelle über den Vortrag von Prof. Dr. Armin Burkhardt in der Braunschweigischen Landessparkasse vom 16. Mai 2012 zum Anhören:

Wort Sprache Lesen

Schulprojekt 2013

 

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Bericht über das WORTMUSEUM

rbb Kulturradio

 

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Seitenausgang

Identität und Strategie

identitaetundstrategie.com