Für die 1. Liga – BTSV

Die erste Bundesliga-Saison unserer Eintracht nach 28 Jahren liegt hinter uns 

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Werte schaffen Wert

Vortrag von Sven Korndörffer anlässlich der Ausstellung "Kabinett Finanzen"

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Das Kabinett Finanzen

ein Projekt vom Wortmuseum und der Braunschweigischen Landessparkasse - der Artikel aus der regjo-Ausgabe 2/2012 berichtet

 

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Günter Grass im WORTMUSEUM

 

 

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Wortwettbewerb tausche

 

 

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SAMMLUNGFUSSBALL

01.Bananenflanke

01. Die Bananenflanke ist im Fußballjargon ein angeschnittener bzw. unterschnittener Querpass vor das gegnerische Tor mit stark gekrümmter Flugbahn, der einen Kopfball ermöglicht. Entstanden ist diese Technik und somit das Wort in den 70-er Jahren. Als der Erfinder der Bananenflanke gilt der damalige HSV Spieler Manfed Kaltz. "Manni Bananenflanke, ich Kopf - Tor!" Mit diesem legendär gewordenen Satz wurde Manfred Kaltz einst kurz und knapp von seinem Teamkollegen Horst Hrubesch beschrieben. 

02.Schwalbe

Die Schwalbe steht im Fußball für ein vorgetäuschtes Foul. Ohne ernsthaft verletzt worden zu sein, lässt sich der Spieler theatralisch fallen, um vom Schiedsrichter einen Frei- oder Strafstoß zugesprochen zu bekommen. Fällt dem Schiedsrichter die Täuschung auf, so bekommt der Spieler, der die "Schwalbe" gemacht hat, die gelbe Karte. Als Mutter aller Schwalben gilt der Strafraumfall von Andy Möller 1995 im Spiel Karlsruher SC gegen Borussia Dortmund. Möllers Schwalbe brachte Borussia Dortmund den Meistertitel und kostete dem KSC die Teilnahme am UEFA-Cup.

03.Schalker Kreisel

Spielsystem im Fußball. Erfunden wurde der Schalker Kreisel in den 1920er Jahren von der Mannschaft des FC Schalke 04 um Ernst Kuzorra (* 16. Oktober 1905 in Gelsenkirchen; † 1. Januar 1990) und dessen Schwager Fritz Szepan (* 2. September 1907 in Gelsenkirchen; † 14. Dezember 1974). Charakteristisch für diese Form des Zusammenspiels waren kurze direkte Pässe und das aktive Freilaufen der nichtballführenden Mitspieler. Dem Ballbesitzenden werden permanent mehrere Anspielstationen geboten, um den Ball förmlich in das gegnerische Tor zu tragen. Heute wird diese Spielweise als One-Touch-Fussball bezeichnet.

 "Aufs Tor zu schießen und nicht noch einmal abgespielt zu haben war verpönt", so steht es im Buch 100 Schalker Jahre. Die Stadionzeitung des FC Schalke 04 erinnert mit ihrem Titel Schalker Kreisel an diese Zeit.

04.Heiliger Rasen

"Heiliger Rasen" wird gemeinhin das Spielfeld in einem altehrwürdigen Stadion genannt. Das alte Londoner Wembley-Stadion (1923-2003) wurde in der Presse oft als "heiliger Rasen" bezeichnet. Der 2:0-Triumph der Bolton Wanderers über West Ham United im FA Cup Finale 1923 war die erste Veranstaltung im Old Wembley. Im Jahr 1966 fand hier das geschichtsträchtige WM Spiel England gegen Deutschland statt. 

05.Derby

Der Begriff Derby kommt aus dem Pferderennsport und geht auf den 12. Earl of Derby Edward Stanley (1752-1834) zurück. Das Derby, als bedeutendstes Rennen für dreijährige Stuten und Hengste, wird seit 1780 in unzählbaren Ländern überall auf der Welt durchgeführt. Der Begriff Derby wurde auf andere sportliche Wettkämpfe mit Regionalbezug übertragen. Prestigeträchtige Traditionsduelle von rivalisierenden Mannschaften sind das Nordderby: Hamburger SV gegen SV Werder Bremen, das Westphalenderby: FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund und das Niedersachsenderby Hannover96 gegen Eintracht Braunschweig. Diese Konkurrenzsituationen bestehen teilweise schon seit mehreren Jahrhunderten und setzen sich in den Duellen zweier Fußballclubs fort. So im Falle der beiden niedersächsischen Vereine Hannover 96 und Eintracht Braunschweig, deren Heimatstädte seit Jahrhunderten auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet rivalisieren und die erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit in einem Staatsgebiet vereint sind.  

06.Kantersieg

Abgeleiteter Begriff aus dem Englischen von canter (to win a canter – mühelos gewinnen). Der Kantersieg ist die einfache Umschreibung für einen überlegenen und leicht errungenen Sieg. Erstmal tauchte der Begriff im 14. Jahrhundert in den Canterbury Tales auf und wurde hier als Ausdruck für die Pilger verwendet, die zu Pferd nach Canterbury ritten, um den Schrein Thomas Beckets (1173 heiliggesprochener Erzbischof von Canterbury) zu besuchen. Die ansonsten weitaus mühevollere Pilgerreise wurde somit vereinfacht und das Ziel im leichten Galopp erreicht. Im Fußball gibt es keine feste Regel für die Verwendung wann ein Sieg ein Kantersieg ist. Ungefähr ist aber ein Ergebnis mit 4 Toren Abstand als Kantersieg zu bezeichnen. Beim 7:1-Kantersieg im Europacupspiel Mönchengladbach gegen Inter Mailand am 20. Oktober 1971 wurde der Italiener Roberto Boninsegna am Kopf getroffen. Die Europäische Fußball Union UEFA annullierte daraufhin damals das Ergebnis.

07.Libero

Libero, italienisch für der freie Mann. Der Libero ist eine defensive Spielerposition. Im Fußball ist der Libero ein Verteidigungsspieler der keinen Gegenspieler hat. Er spielte zur Absicherung hinter einem Vorstopper. Traditionell trug ein Libero bis in die 1990er Jahre hinein die Nr. 5, welche in der Nummerierung der Spieler des WM-Systems dem Mittelläufer zugeordnet war. Als Erfinder des Liberos gilt Willi Multhaup, der Helmut Jagielski in der Saison 1964/65 auf dieser Position spielen ließ und mit diesem System die erste Meisterschaft für Werder Bremen gewann. Franz Beckenbauer entwickelte den modernen Libero, der durch Kondition, Spiel-Intelligenz, Überraschungseffekte, überragendem Ballgefühl und rasante Ausflüge in die gegnerische Spielhälfte nicht nur Gefahrensituationen abwendete, sondern auch für Tore sorgte. „Franz Beckenbauer bot Anschauungsunterricht über die Möglichkeiten dieser Rolle im taktischen Konzept des modernen Fußballs.“ (DIE ZEIT, 18.6.1982 Nr. 25) Franz Beckenbauer​, „Der Kaiser“​,​ führte Deutschland 1972 durch einen 3:0 Sieg gegen die UdSSR zum Europameistertitel. In den heutigen Spielsystemen wird auf die Position des Liberos verzichtet und stattdessen zumeist mit einer Viererabwehrkette gespielt.Wieder ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit kam die Position des Liberos durch​Griechenlands Gewinn des Europameistertitels 2004. Otto Rehhagel schulte seine Mannschaft im alten System der 1970er und frühen 1980er Jahre. Traianos Dellas übernahm diese Position und spielte ​diese in allen Partien der Europameisterschaft. 

08.Entlastungsangriff

Angriff, der in die Defensive gedrängten Mannschaft, um den Druck auf die eigene Abwehr zu verringern. In einem Spielkommentar vom 29.03.2014 heißt es zum Spiel Bayer Leverkusen gegen Eintracht Braunschweig: „Beide Teams zeigten über weite Strecken allerdings Fußball zum Abgewöhnen. Ohne Tempo und Spielwitz agierten die Mannschaften, so dass Torchancen lange Zeit Mangelware blieben. Die Gastgeber hatten zwar deutliche Feldvorteile, doch von Entschlossenheit im Abschluss keine Spur. Die Eintracht igelte sich geschickt in der eigenen Hälfte ein, die Entlastungsangriffe waren indes selten und brachten ebenfalls kaum Gefahr.“ (www.handelsblatt.com, „Braunschweig schockt Bayer04“, 29.03.2014) Das Spiel endete 1:1.

09.Heimspiel

Spiel auf dem eigenen Platz bzw. im eigenen Stadion oder bei internationalen Wettbewerben das Spiel im eigenen Land. Beim Heimspiel genießt die Mannschaft oft einen gewissen Heimvorteil, da sie hier vor dem eigenen Publikum spielen kann und die Unterstützung der Fans größer ist. Ein weiterer Wettbewerbsvorteil wird darin gesehen, dass im Zusammenhang mit einem Heimspiel in der Regel keine leistungsmindernden Reisestrapazen in Kauf genommen werden müssen. Das Pendant zum Heimspiel ist das Auswärtsspiel. „Will der Forscher etwas über die wahre Spezies Mensch erfahren, geht er in die Arena. Der britische Evolutionspsychologe Nick Neave hat dort Dinge geortet, die er in reiner Form im heutigen Alltag nur schwerlich findet: den Kampfeswillen, angestachelt vom männlichen Sexualhormon Testosteron. Der steigt, wenn Mann sein eigenes Revier verteidigt. Neave hat Speichelproben von Fußballern gesammelt und den sprichwörtlichen Heimvorteil in Picogramm gemessen: Der Testosterongehalt (normal 100 Picogramm pro Milliliter) ist deutlich höher vor Heimspielen (150) als vor Auswärtsspielen (120). So erklärt Neave, warumManchester United 63 Prozent seiner Siege zu Hause errungen habe. "Wie andere Tiere, die ihr heimatliches Revier bewachen und beschützen, sind Fußballspieler energiegeladener, aktiver und selbstsicherer, wenn sie von auswärtigen Gruppen bedroht werden", sagt Neave.“ (Urs Willmann, Erforschung einer Spezies - Im Fußballstadion ist der Mensch noch Urmensch, DIE ZEIT Nº 13/200221. März 2002) 

10.Schottische Furche

Spielsystem/Aufstellungssystem im Fußball. 1866 entstand eine neue Abseitsregel, die es erlaubte, dass ein vorgerückter Spieler angespielt werden durfte, wenn sich zwischen ihm und der Torlinie im Moment der Ballabgabe mindestens 3 Gegenspieler befinden. Die schottische Nationalmannschaft machte sich diese neue Regel zu erst zunutze. 1877 wurde das „Pyramid System“ bzw. die „Schottische Furche“ entwickelt. Das Spielsystem 2-3-5 bedeutet 2 Verteidiger, 3 Läufer, 5 Stürmer. Diese Spieler bilden zusammen mit dem Torhüter ein Dreieck bzw. eine Furche. Die Schottische Furche setzt nicht mehr auf starke Einzelkämpfer, sondern auf das Kollektiv und damit auf das Zusammenspiel der einzelnen Mannschaftsteile.

11.Relegation

von lat. Relegatio: Fortschickung, Verbannung, Verweisung. Relegationsspiele sind Entscheidungsspiele im Sportbereich, um den Abstieg in eine tiefere Liga zu verhindern bzw. den Aufstieg in eine höhere Liga zu erreichen. Der Begriff wird seit 1982 für die Entscheidungsspiele verwendet. In den Relegationsspielen, die seit 2009 im deutschen Fußball durchgeführt werden, trifft der Drittplatzierte der Zweiten Liga auf den Drittletzten der Ersten Liga. In einem Hin- und einem Rückspiel wird entschieden, welches der beiden Teams in der kommenden Saison in der Ersten Bundesliga spielen darf. Der abstiegsbedrohte Erstligist kämpft also darum, die Klasse zu halten, während das Team aus der Zweiten Liga um eine Klasse aufsteigen will. Genauso läuft es auch mit den Teams der Zweiten und Dritten Liga, sprich der 15. der Zweiten Liga kämpft mit dem Drittliga-Dritten darum, welcher Klub in der kommenden Saison als Zweitligist spielt.
(Quelle: www.fd21.de/171704.asp)

12.Schlachtenbummler

Redewendung, die einen Fan bezeichnet, der seine Mannschaft zu Auswärtsspielen begleitet. Ursprünglich bezeichnete der Begriff Zivilisten, die sich aus Neugier an eine Kriegsfront begaben. Erste Erwähnungen von Schlachenbummlern gab es im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71). Im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache heißt es zum Begriff: „Anhänger einer Sportmannschaft, der diese als Tourist zu einem auswärtigen Spiel begleitet hat.“ Impressionen eines Schlachtenbummelers: „Ich war Schlachtenbummler in Wembley. Drei Wochen Fußball: Ein Kilo abgenommen und tausend Mark Schulden. [...] Sie sind uns um ein paar Jahrzehnte Sport und Fußball voraus, die englischen Zuschauer. Die Totems der Siegesbeschwörung sind überall gleich, diese Feldzeichen der Zuversicht: Fahnen und Rosetten und Kostüme, und jeder Engländer trug irgendwas. Aber sie wirkten nie lächerlich.“ (Hans Gebhardt, in: Die Zeit, 05.08.1966, Nr.32)

13.Schweizer Riegel

Das Riegel-System wurde vom Österreicher Karl Rappan (1905-1996) um 1930 erfunden. Rappan trainierte die Schweizer Nationalmannschaft, die Mannschaften Servette Genf und den Grasshopper Club Zürich. Der Schweizer Riegel gilt als defensive Spielweise, weil er nur fünf Angreifer vorsah. Tore verhindern stand bei diesem Spielsystem im Vordergrund. Rappan spielte mit fünf Verteidigern; drei spielten als reguläre Verteidiger, einer spielte direkt vor ihnen und einer lief auf einer Linie zwischen Tor und Verteidigern immer hin und her. Da letzterer seine Postion je nach Position des Balles frei „verschieben“ konnte, nannte man ihn den Schweizer Riegel. Der Schweizer Riegel wurde später zum Catenaccio (aus ital. Catena „Sperrkette“) weiterentwickelt.

14.Schlafwagenfußball

Beschreibung für ein sehr langweiliges Fußballspiel. Schlafwagenfußball ist auch unter dem Namen Beamtenfußball bekannt und bezeichnet ein langatmiges, ideenloses, fades, planloses, behäbiges, wenig inspirierendes, tempoloses Fußballspiel ohne Spannung. Das Gegenteil von Schlafwagenfußball ist Champagnerfußball. Hier ist das Spiel prickelnd, erfrischend, aufregend und erlesen. 

15.Bolzplatz

Ein Bolzplatz (im Fußballjargon bolzen: hart treten/schießen; derb/systemlos Fußballspielen) ist ein meist von der jeweiligen Stadt oder Gemeinde angelegter Fußballplatz. Für Bolzplätze gibt es keine Standards für die Feld- oder Torgröße. Bolzplätze sind erheblich kleiner als genormte Fußballplätze und haben häufig eine Begrenzung in Form von Ballfangzäunen oder Wänden. Das Wort bolzen kommt vom Mittelhochdeutschen Wort „Bolz“ was so viel heißt wie Schießbolzen, gefiederter Pfeil oder Wurfgeschoss. Das Wort wurde lautmalerisch (onomatopoetisch) gebildet, dass heißt, das Geräusch des Einhämmerns oder Einklopfens wurde hier zur Bildung nachempfunden. Dem Wortsinn nach, geht es um die kraftvolle Einwirkung auf einen beweglichen Gegenstand, der ein Hindernis hat bzw. dem sich eine andere Kraft entgegensetzt. Bolzplätze zählen zu der städtebaulichen Kategorie Spielplatz.

16.Elfmeterkönig

... oder auch „Elferkönig“, ein traditionelles Spiel auf Bolzplätzen, das seinen Ursprung im Straßenfußball hat. Im Mittelpunkt des Spiels stehen der Torschuss und die Torabwehr. Jeder Spieler bekommt zu Beginn eine bestimmte Anzahl an "Leben". Dem Spieler, der im Tor steht und den Elfmeterschuss nicht hält, wird ein "Leben" abgezogen. Wird der Ball vom Torwart gehalten, wird dem schießenden Spieler ein "Leben" abgezogen. Hält der Torwart oder schießt der Schütze neben das Tor, muss dieser dann ins Tor. Eine Besonderheit ist der Lattenschuss. Hier gilt in der Regel der Satz „Latte rettet“ und der Schütze darf den Elfmeter wiederholen. Gewinner ist derjenige, der am Ende des Spiels noch Leben aufweisen kann. Feldspieler beginnen mit 10 "Leben", der Torwart mit 11 bzw. 12 "Leben". Hat ein Spieler zuerst 0 Leben, hat er das Recht auf ein extra "Leben". Gelingt es ihm nicht und er kassiert ein Tor, ist für ihn das Spiel beendet. Die letzten beiden übrig gebliebenen Spieler schießen den Gewinner im Elfmeterschießen aus. Weitere Regeln sind: die Spieler schießen nacheinander in festgelegter Reihenfolge auf das Tor. Dabei ist die  Schusstechnik beliebig. Jeder Spieler übernimmt für einen vollständigen Durchgang die Torwartaufgabe.

17.Beach Soccer

Strandfußball. Fußballspielvariante. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand in den Küstenregionen Brasiliens das Fußballspiel im Sand, das zunächst von englischen Matrosen auf Landgang gespielt wurde. 1957 fanden die ersten organisierten Beach Soccer Turniere in Brasilien statt. Von der Copacabana hat sich Beach Soccer anfangs nur auf die USA, dann aber sehr schnell auf die restliche Welt ausgedehnt. Den Durchbruch in Europa schaffte Beach Soccer 1998 mit der Gründung der „European Pro BeachSoccer League“. Die erste „FIFA Beachsoccer-Fußball-Weltmeisterschaft“ wurde im Mai 2005 unter der Schirmherrschaft der FIFA am Strand der Copacabana in Rio de Janeiro ausgetragen. Das Spielfeld für Beach Soccer ist mit Sand ausgestattet, der von Muscheln und Steinen gereinigt ist. Zum Einsatz kommt ein spezieller Beach Soccer Fußball, der mit weniger Luft gefüllt ist als ein normaler Fußball. Alle 4 Feldspieler und der Torwart jedes Teams spielen barfuß. Vom 21.- 22. Juni 2014 fand auf dem Kohlmarkt in Braunschweig das Beach Soccer Turnier „Copa de Braunschweig 2014 “ statt. http://tinyurl.com/nfzexft

18.Sudden Death

oder Sudden Victory Overtime. Plötzliches Aus/plötzlicher Tod. Der Begriff Sudden Death bezeichnet das plötzliche Spielende durch ein Golden Goal, wonach ein Spiel, das in die Verlängerung geht, durch das erste fallende Tor beendet ist. Die Mannschaft, die dieses Tor erzielt hat, siegt. Die Gegenseite hat hier nicht mehr die Chance auszugleichen. In der Saison 2002 wurde die Golden-Goal-Regel von der UEFA aus Unbeliebtheit in eine Silver-Goal-Regel abgeändert. Steht ein Spiel in einer K.-o.-Runde nach 90 Minuten immer noch unentschieden, gibt es zunächst eine 15-minütige Verlängerung. Die Mannschaft, die am Ende dieser Zusatzzeit führt, ist Sieger; bei Gleichstand wird noch eine zweite Verlängerung von 15 Minuten gespielt. Steht danach immer noch kein Sieger fest, folgt ein Elfmeterschießen. Am 28. Februar 2004 beschloss die unabhängige Regelkommission der FIFA, das Golden Goal und damit auch das Silver Goal zum 1. Juli 2004 wieder abzuschaffen. Seitdem gibt es nach einem Unentschieden wieder eine 2x 15 minütige Verlängerung. Gibt es nach dieser Zeit noch keinen Gewinner, wird dieser beim Elfmeterschießen ermittelt.

19.Unparteiischer

Schiedsrichter, Schiri, Spielleiter, Referee. 1874 wurde von der englischen Football Association der erste Schiedsrichter (Unparteiische) eingeführt. Der Unparteiische überwacht ein Sportereignis, bei dem zwei Mannschaften gegeneinander antreten. Er ist dafür verantwortlich den regelgerechten Spielverlauf zu gewährleisten. Zeitnahme, disziplinarische Handlungen und Tatsachenentscheidungen sind die Handlungsgewalten des Unparteiischen. Die neutrale und objektive Bewertung des Spiels ist seine Aufgabe. Die sichere Beherrschung der Regelbücher, die die Verbände regelmäßig herausgeben, die Teilnahme an 8-12 Tagen Fortbildungsveranstaltungen und Lizenzhalterschulungen und jährlich mindestens 20 Spielleitungen sind die Bedingungen für die Ausübung dieser Tätigkeit in Deutschland. Die Entscheidungen des Schiedsrichters sind nicht anfechtbar. Der Schiedsrichter im Fußball wird noch von zwei Assistenten, den früheren Linienrichtern, unterstützt. Der „vierte Offizielle“ ist heute bei internationalen Spielen und in der Bundesliga für die Überwachung von Auswechslungen und das Einhalten der Regeln auf der Trainerbank zuständig. Aufwandsentschädigungen für den Unparteiischen liegen zwischen 5 € (Schülerspiele), 300 € (Regionalliga), 750 € (3. Liga), 2000 € (2. Bundesliga) und 3800 € (Bundesliga). Als weltbester Schiedsrichter gilt der nicht mehr aktive Italiener Pierluigi Collina auch als „Kojak“ oder „Glatze Gnadenlos“ bekannt. Er wurde sechs Mal mit dem Titel „Weltschiedsrichter des Jahres“ ausgezeichnet.

20.Weltmeister

Weltmeister wird im Fußball eine Nationalelf (2014 UNSERE!), die das Endrunden-Turnier der Fußballweltmeisterschaft gewonnen hat. Für einen errungenen WM-Titel bekommt das Siegerteam einen Meisterstern auf ihr Trikot, der über dem Wappen angebracht wird. Die Farbe der Meistersterne ist üblicherweise gold oder gelb. Die meisten Sterne auf dem Nationaltrikot der Männer hat bislang Brasilien (5), direkt gefolgt von Deutschland und Italien (4) und Argentinien (2). Von 1930-1970 hieß der Weltpokal „Jules-Rimet-Pokal“, benannt nach dem damaligen FIFA Präsidenten Jules Rimet. Im Vorfeld der WM von 1966 wurde der „Coupe Jules-Rimet“ aus einer Ausstellung über Sport in Briefmarken in der Londoner Westminster Central Hall gestohlen. Der schwarz-weiße Mischlingshund Pickles fand den Pokal eine Woche nach dem Diebstahl beim Gassigehen mit seinem Halter David Corbett in einem Gebüsch im Londoner Süden wieder. Die Diebe hatten den Pokal in Zeitungspapier gewickelt und in einem Gebüsch versteckt. Pickles Halter bekam als Finderlohn 6000 Pfund und eine Einladung zu einem Festbankett, bei dem Pickles angeblich die Teller der anwesenden Gäste ablecken durfte. Pickles starb 1967 bei der Jagd nach einer Katze. Seit 1974 gibt es den FIFA-WM-Pokal, den sich Deutschland als erstes Land sichern konnte. Der FIFA-WM-Pokal ist 36,8 cm hoch, wiegt 6,2 kg und besteht aus 18-karätigem Gold sowie zwei Ringen aus Malachit. Der Weltmeister (2014 die deutsche Nationalelf!) erhält eine vergoldete Replik aus Bronze. Dargestellt sind auf dem Pokal zwei triumphierende Fußballspieler, die die Weltkugel in ihren ausgestreckten Händen halten.

21.Selbsteinwechslung

Das Einwechseln ist das Austauschen eines bisher am Spiel teilnehmenden Spielers gegen einen auf der Ersatzbank wartenden Einwechselspieler auf entsprechende Entscheidung des Trainers. Für das Wort „selbst“ gibt der Duden folgende Synonyme an: allein, aus eigener Kraft, eigenhändig, eigenständig, im Alleingang, ohne fremde Hilfe, selbstständig; (umgangssprachlich) in eigener Regie. Legendär war die Selbsteinwechslung von Mittelfeldstratege Günter Netzer im Pokalfinale 1973 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln. Netzer, der erst nicht von seinem Trainer Hennes Weisweiler für dieses Spiel aufgestellt wurde, sollte dann doch aufs Feld, verweigerte sich aber. Nach der regulären Spielzeit brüllten die Zuschauer Netzers Namen. Sein Teamkollege, Christian Kulik, lag erschöpft auf dem Platz, woraufhin Netzer sich nach kurzer Rückmeldung für ihn einwechselte. Zu Weisweiler sagte er im Vorbeigehen nur: „Ich spiele jetzt.“ Die Verlängerung wurde angepfiffen. Nach dem Pass von Rainer Bonhof traf Netzer den Ball mit dem Außenspann statt mit dem Vollspann und der Ball ging im oberen linken Winkel ins Tor. Gerhard Welz, der Kölner Keeper, hatte keine Chance diesen Ball zu erreichen. Es war die zweite Ballberührung Netzers, drei Minuten nach seiner Selbsteinwechslung, die zum 2:1 für Gladbach führte. Ein Traumtor. „ Als Ausrufezeichen wurde es bezeichnet, als Naturereignis, es wurde zum Tor des Jahres gewählt ...“. (Günter Netzer mit Helmut Schümann, Aus der Tiefe des Raumes. Mein Leben, Reinbeck bei Hamburg 2004) Es war Netzers letztes Tor für Gladbach vor seinem Wechsel zu Real Madrid.

22.einnetzen

schwaches Verb, das im Perfekt mit „hat“ gebildet wird. Das Wort einnetzen bedeutet, den Ball ins Tornetz zu schießen. Beim Scrabble würde dieses Wort 11 Punkte bringen. „Ganze zehn Minuten sah das Spiel nach Fußball aus. Dann flankte Pierre Littbarski auf Horst Hrubeschs Kopf, das „Ungeheuer“ netzte ein. Ab diesem Zeitpunkt begann eine beidseitige Ergebnisverwaltung. Rückpässe, sinnlose Bälle nach vorne, kaum Zweikämpfe – die Indizien für einen Nichtangriffspakt sind erdrückend.“ (Handelsblatt online, Alexander Möthe: Ein „schmutziges Stück Fußball-Porno“, 23.06.2014, 16:23 Uhr) „Ausgleich in der Nachspielzeit, Keeper netzte ein!!!“ (Philipp Reinwand, www.anpfiff.info, 07.10.2008)

23.Flügelzange

Determinativkompositum (Wortzusammensetzung) aus Flügel und Zange, wobei das Wort Flügel das Wort Zange näher bestimmt. Die Ähnlichkeit mit dem Wort „Geflügelzange“ ist nicht beabsichtigt. Im Fußball setzen zwei spielstarke, ballgewandte Außenstürmer (Flügelflitzer) die gegnerische Abwehr über die Außenpositionen mit ihren Flankenbällen unter Druck. Die gegnerische Viererkette wird durch diese Aktion auseinandergezogen und die verbliebenen Defensivspieler werden „in die Zange genommen“.
„Flügelzange der Bayern fällt aus - Es ist die offizielle Sprachregelung beim FC Bayern: Arjen Robben und Franck Ribéry hatten "Glück im Unglück" und sind noch einmal glimpflich davongekommen. Doch beim ersten Pflichtspiel der Saison am Montag im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig wird die Flügelzange des deutschen Rekordmeisters nicht zupacken können.“ (Die Welt, 28.07.2011) 

24.Auflaufkinder

... oder auch Einlauf- oder Eskortenkinder, sind Kinder, die vor dem Beginn eines sportlichen Ereignisses an der Hand eines Spielers auf dem Spielfeld auflaufen. Die Kinder tragen hierbei jeweils ein Trikot des Vereins der Mannschaft, die sie begleiten. Nach der Hymne bei internationalen Fußballspielen und vor Beginn des Spiels verlassen die Auflaufkinder das Spielfeld wieder. Auflauf- bzw. Einlaufkinder müssen schulsporttauglich sein, dürfen nicht größer als 1,48 m sein und sollten zwischen 6-12 Jahre alt sein. Dass die Fußballer mit Kindern ins Stadion einlaufen, ist eine Aktion von McDonald's und dem Deutschen Fußballbund (DFB). Die Auswahl der Kinder erfolgt durch ein Losverfahren. „Im Regelfall werden diejenigen Mini-Kicker, die mit den Nationalspielern zu einem Länderspiel einlaufen dürfen, zum einen Teil über denjenigen DFB-Landesverband vor Ort ausgewählt, in dessen Verbandsgebiet das jeweilige Länderspiel fällt, zum anderen Teil über die Fußball-Eskorte von McDonald´s.“ (Quelle: Deutscher Fußball-Bund e.V.)

25.Flitzer

von flitzen - sich schnell bewegen. Als Flitzer bezeichnet man Menschen, die auf öffentlichen Veranstaltungen oder Plätzen, meistens unbekleidet, durch das Geschehen laufen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Bekannt wurden Flitzer durch große Sportveranstaltungen, da ihnen ihr dortiges Erscheinen durch die TV-Übertragung ein weitreichendes Publikum ermöglicht. In Großbritannien werden unbekleidete Flitzer „streaker“ (schnell laufen, mit voller Geschwindigkeit laufen) genannt und in der bekleideten Form „prankster“ („prank“ übersetzt bedeutet es so viel wie Streich/Posse). Das Suffix -er / -ster wird an Verben oder Substantive angehängt, um eine Person zu bezeichnen. Im Deutschen wären das Wörter wie Läufer (von laufen) oder Städter (von Stadt). Einige Flitzer möchten eine politische Botschaft verbreiten, anderen geht es um Selbstdarstellung oder Provokation. In Deutschland kann Flitzen eine Ordnungswidrigkeit nach § 118 OWiG darstellen. Die TV-Sender werden von den großen Sportverbänden dazu angehalten, Flitzer möglichst nicht zu zeigen, um den Anreiz der TV-Darstellung zu unterbinden. Der wohl bekannteste und mutigste Flitzer ist Jimmy Jump (Jaume Marquet), der bei der WM 2010 versuchte, den Pokal zu berühren, vorher jedoch von Ordnern aus dem Stadion begleitet wurde. "Ich will den Menschen zeigen, dass sie alle Grenzen dieser Welt überwinden können, wenn sie bereit sind, alles dafür tun", sagt Marquet, "ich will ihnen Mut machen." (http://www.spiegel.de/panorama/leute/flitzer-jimmy-jump-ein-mann-rennt-seinen-weg-a-815707.html)

26.Freistoßspray

... ist ein Spray mit dem der Schiedsrichter bei einem Freistoß sowohl die Ballposition als auch den Mindestabstand von 9,15 Metern der Mauer zum Ball markieren kann. Zur WM 2014 in Brasilien wurde das Spray offiziell im Weltfußball eingeführt. In Brasilien ist es schon seit dem Jahr 2003 Pflicht. Seit dem 18. Oktober 2014 kommt es auch in der Deutschen Fußball Bundesliga zum Einsatz. Der Argentinier Pablo Silva und der Brasilianer Heine Allemagne sind die Erfinder des Freistoßsprays. Ähnlich wie bei Seifenblasen zerplatzen die kleinen Schaumblasen nach ca. 20 Sekunden und das Spray ist rückstandslos verschwunden. Heine Allemagne fasst in einem Interview die Vorteile seines Spray zusammen: „Es gab weniger Gelbe Karten für die Mannschaft, die die Mauer gebaut hat. Die Zeit zwischen Freistoßpfiff und Ausführung ist von 48 auf 20 Sekunden gesunken. Der größte Vorteil: Der Schiedsrichter kann sich auf die Ausführung des Freistoßes konzentrieren und muss nicht mehr so intensiv auf die Mauer achten.“ („Mein Spray verändert den Fußball“, Die Zeit, 08. Oktober 2014)
Nicht alle klatschen beim Thema Freistoßspray begeistert in die Hände: „Wir in Deutschland hatten nicht das Problem bei der Mauerstellung, das war vielleicht in anderen Ländern der Fall“, sagt Peter Gagelmann (Referee). Für Wesley Sneijder (niederländischer Fußballnationalspieler) ist die Schaumlinie ein „mentales Hindernis“. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2014)

27.Tannenbaum System

taktische Formation im Fußball, die einer Tanne ähnelt, nach dem Prinzip 4-3-2-1; vier Abwehrspieler, drei defensive, zwei offensive Mittelfeldspieler und einem echten Stürmer. Das System ermöglicht eine stabile Defensive. „Eintrachts Trainer Torsten Lieberknecht gilt als echter Taktikfuchs. Zuletzt schickte er die Braunschweiger Bundesliga-Fußballer immer mit der Tannenbaum-Aufstellung und drei Sechsern ins Rennen. So auch beim 0:0 in Hannover. Doch hinterher erklärte der Coach: „Das ist gar kein Tannenbaum.“ Und zeichnete für die AZ/WAZ die Erfolgstaktik einmal auf.Lieberknecht schnappte sich kurzerhand einen Stift und malte einfach drauflos. „Das hier, das ist ein Tannenbaum“, sagte der Eintracht-Coach - und setzte der Spitze sogar noch einen Stern auf. Dann kam sein System dran - und es sieht tatsächlich mehr nach einem 4-3-3 als nach einem 4-3-2-1 aus. In der Tat spielten die beiden offensiven Mittelfeldakteure Dennis Kruppke und Mirko Boland am Freitagabend vor allem in der zweiten Hälfte oft auf einer Höhe mit Domi Kumbela. Doch andererseits lassen sie sich häufiger als der Mittelstürmer nach hinten fallen und rücken zudem etwas in die Mitte. So wie es beispielsweise Boland in Wolfsburg und gegen Schalke bei den beiden Torvorlagen für Karim Bellarabi tat.  (Braunschweigs Lieberknecht erklärt‘s: „Das ist kein Tannenbaum“; Sportbuzzer, 12.11.2013)  

28.Der Boss

Wer den Begriff „Boss“ zu Ohren bekommt, wird unweigerlich an die höchste Autorität am eigenen Arbeitsplatz erinnert. Der Duden definiert den Begriff als „Mann bzw. Frau an der Spitze eines Unternehmens“ oder als „Vorgesetzte[r], Chef[in].“ Im Kontext des Fußballs erweckt „Der Boss“ vorerst eine andere Assoziation – und zwar mit dem Siegtorschützen des Weltmeisterschaftsfinales 1954, Helmut „Der Boss“ Rahn (* 16. August 1929 in Essen; † 14. August 2003 ebenda). Trotz der unterschiedlichen Anwendungsfelder hängt die (Spitz)Namensgebung eng mit oben genannter Wortdefinition zusammen: Rahn galt damals bei seinem Verein Rot-Weiss Essen als Führungsspieler, als Chef auf dem Feld. Unvergessen bleibt der Kommentar Herbert Zimmermanns zum WM-Triumph 1954 in Bern: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Toooor! Toooor! Toooor! …“

29.Rehakles

Otto Rehagel nach dem Gewinn der Europameisterschaft: „Die Griechen haben die Demokratie erfunden. Ich habe die demokratische Diktatur eingeführt.“ Ehrenname in Anlehnung an den griechischen Helden „Herakles“ für Otto Rehagel, der als Nationaltrainer mit Griechenland völlig überraschend die EM gewann. Wer ihm den Spitznamen verliehen hat, ist nicht eindeutig belegt. Zum einen sollen es die deutschen Medien gewesen sein, zum anderen gelten die Griechen, die ihn nach dem EM-Sieg triumphal empfangen haben, als Urheber dieses Namens. Zudem haben Sie Rehakles als Mann des Jahres 2004 gewählt und ihm die Ehrenbürgerschaft von Athen verliehen. Zum Titel spielte sich Rehagel mit seinen Griechen mittels einer stark an den Catenaccio erinnernden äußerst defensiven und destruktiven Spielweise. „Modern spielt, wer gewinnt.“, begründete er seinen ergebnisorientierten, eher unattraktiven Spielstil. Bei der WM 2010 schieden die Griechen jedoch wie schon 1994 in der Vorrunde aus und die Ära "Rehakles" ging zu Ende.

30.„mia san mia“

Im Allgemeinen sind die Einwohner des Bundeslandes Bayern wohl mit mehr kulturellen und sozialen Klischees belegt als jede andere regionale Gruppierung. Sie gelten als eigenbrötlerisch, stur, etwas grob, extrem traditionsverbunden – und wenn ein Bayer nicht möchte, dass ihn einer dieser „Saupreißn“ versteht, wird so stark an der Dialektschraube gedreht, dass eine Konversation eines Dolmetscher bedürfte. Wie gesagt: All das sind gerne zitierte Klischees. Diese Eigenarten lassen sich dennoch wunderbar unter dem Ausspruch „mia san mia“ – wir sind wir und der Rest ist uns egal – zusammenfassen. Eben dieser Spruch ist mittlerweile fast schon zum Slogan des FC Bayern München geworden. Zum Motto eines Vereins, der mit Welttourneen durch China und Saudi-Arabien aus seinem weltweiten Vermarktungspotential das Optimum herauszuholen versucht, dessen Name global wahrscheinlich geläufiger ist als die Berliner Mauer. Und trotzdem: Die Bayern bleiben die Bayern, bleiben heimatverbunden – bleiben „mia“. Zumindest wird dieser Umstand durch den Duktus des „mia san mia“ suggeriert. Gerne wird dieses geflügelte Wort mittlerweile auch medial für eine Statusbeschreibung der Bayern-Kicker verwendet: Läuft es sportlich gerade nicht ganz so gut wie gewohnt, heißt es beispielsweise, die Bayern müssten zurück zu ihrem „mia san mia“-Gefühl oder „[v]om Mia san Mia des FCB ist nicht allzu viel zu spüren“ (Kommentar von Holger Luhmann vom 7. 3. 2015 auf sport1.de)

31.Geisterspiel

Bayerns Vorstandschef Karl- Heinz Rummenigge hat dafür genau die richtigen Worte gefunden: „So ein Geisterspiel braucht niemand.“ (Spiegel Online, 25.9.2014) Geisterspiele sind kategorisch als Fußballspiele zu bezeichnen, bei denen die Zuschauerränge aufgrund von Strafverordnungen leer bleiben. Die Maßnahmen eines Geisterspieles werden als Sanktion von der Uefa, der FIFA und dem DFB verordnet, wenn sich die Fans des gastgebenden Vereins durch massive Störungen und gewaltbereites Verhalten auffällig gemacht haben. Der Verein „leidet” hierbei vor allem unter den Einbußen des Ticketverkaufs. Ebenso fehlt jegliche moralische Unterstützung und das Spiel weist nicht mehr auf, als eine reizlose Trainingsplatzatmosphäre. Für viel Aufsehen sorgte das Geisterspiel des FC Bayern München gegen ZSKA Moskau am 30.9.2014. Moskauer Fans hatten sich zuvor durch vulgäre und rassistische Äußerungen bei Gruppenspielen der Vorsaison besonders beliebt gemacht. Für die Bayern eine wahre Geisterpremiere. Damit die angereisten Fans der rot-weißen Patriarchen ihren Lieben trotzdem zujubeln konnten, mieteten diese kurzerhand eine ganze Etage in einem in unmittelbarer Nähe zur Arena Khimki liegenden Hochhaus. Da Kreativität ja bekanntlich aus Widrigkeiten erwächst, wurde diese Lösungsfindung der Fans von dem Verein mit der kompletten Kostenerstattung belohnt. Summa Summarum ist ein Geisterspiel eine Farce, etwas, das von den Vereinen und Fans nur ungern ertragen wird. Denn was ist schon ein Spiel ohne Zuschauer- ohne seine Fans? 

32.Hattrick

Ein dreimaliger unmittelbar aufeinander folgender Torerfolg durch denselben Spieler innerhalb einer Halbzeit. Im internationalen Fußball zählt bereits das Erzielen von drei Toren eines Spielers in einem Spiel als Hattrick, weshalb beispielsweise die drei englischen Tore im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 von Geoff Hurst als Hattrick gewertet werden. Um den „deutschen“ Hattrick von der internationalen Definition abzugrenzen, wird häufig die Bezeichnung „lupenreiner Hattrick verwendet. In der Sportberichterstattung wird von einem Titel-Hattrick gesprochen, wenn eine Mannschaft dreimal in Serie eine Meisterschaft, einen Pokal oder einen anderen Titel gewinnt. Der Begriff Hattrick findet seinen Ursprung im Cricket. 1858 gelang es H.H. Stephenson auf dem Sheffield’s Hyde Park Ground als erstem Bowler (Werfer) drei aufeinanderfolgende Bälle in Der drei Wickets umzuwandeln. Als besondere Auszeichnung für diese sportliche Leistung wurde ihm ein Hut (engl. Hat) überreicht (Extended Oxford English Dictionary 1999 Edition.) Im Fußball sind Hattricks relativ selten. Statistisch gibt es einen Hattrick nur alle 300 Spiele. In der Bundesliga gab es bisher 98 Hattricks. Den ersten erzielten Otto Geistert vom Karlsruher SC 1963, den bisher letzten Nils Petersen vom SC Freiburg 2015. Der schnellste Hattrick gelang Michael Tönnies vom MSV Duisburg 1991 in der Begegnung gegen den Karlsruher SC – er benötigte nur sechs Minuten. Dieter Hoeneß gelang am 25. Februar 1984 im Bundesligaspiel Bayern München gegen Eintracht Braunschweig sogar das Kunststück, 5 Tore in Folge in einer Halbzeit zu schießen.

33.Ergänzungsspieler

Franz Beckenbauer in einem Interview mit der BILD 2009: „Einige [Einkäufe] sehe ich mehr als Ergänzungsspieler, nicht als Verstärkungen.“ Ergänzungsspieler ist eine weniger wertend klingende Bezeichnung für Ersatzspieler. Ersatzspieler sind im Fußball Spieler, die nicht beim Anstoß auf dem Platz stehen, sondern auf der Ersatzbank auf einen eventuellen späteren Einsatz warten. Da sie während des Spielverlaufs eingewechselt werden können, werden sie auch Einwechselspieler oder irreführenderweise Auswechselspieler genannt (Fußball-Lexikon). Früher hießen sie Ersatzspieler, dann Ergänzungsspieler, seit Weltmeister-Coach Jogi Löw Spezialkräfte (Kieler Nachrichten) - ein weiterer Beleg, die Wertschätzung für Ergänzungsspieler zu steigern. Als Trainer ist der Umgang mit den Ersatzspielern immer ein Balanceakt, denn im Lauf einer Saison wird es auf alle Spieler im Kader ankommen. Auf der anderen Seite soll das möglichst beste Team auflaufen. Es ist aber nicht nur aus psychologischen Gründen wichtig, dass alle Ergänzungsspieler ausreichend Einsatzzeiten bekommen. Auch aus Leistungsgründen ist es wichtig, dass sie ein Mindestmaß an Einsatzzeiten erhalten. Spielpraxis lässt sich nicht durch das Training ersetzen. Zudem ist die Anbindung an die Mannschaft besser, wenn der Spieler das eine oder andere Spiel bereits bestritten hat. 

34.Catenaccio

Der Begriff Catenaccio bezeichnet eine sehr defensive Art Fußball zu spielen, ein reaktives und auf Konterspiel basierendes System. Er kommt von dem italienischen Wort catenaccio, das eigentlich so viel wie „Sperrkette, Riegel“ bedeutet.Der Ursprung des Catenaccio ist der sogenannte Schweizer Riegel“ aus den 1930er Jahren. Der Österreicher Karl Rappan praktizierte diese Spielweise erfolgreich mit der Schweizer Nationalmannschaft und bezwang so deutlich stärkere Mannschaften. Rappan über seine Spielphilosophie: „Man kann eine Mannschaft unter zwei Gesichtspunkten zusammenstellen. Entweder hat man elf Individuen, die mit ihrer Klasse und ihrem Talent stark genug sind, um den Gegner zu besiegen. […] Oder man hat elf durchschnittliche Fußballer, die in ein bestimmtes Konzept, einen Plan, integriert werden müssen.“ Doch Catenaccio bleibt für immer mit dem Namen Helenio Herrera verbunden, auch wenn er ihn nicht erfunden hat. Mit Inter Mailand konnte er mit dem  Catenaccio insgesamt drei Meistertitel und 1964 und 1965 zwei Siege im Europapokal der Landesmeister feiern. Während es beim „Schweizer-Riegel“ eigentlich das einzige Ziel war, Tore zu verhindern, hatte Herrera mit seinem ursprünglichen Catenaccio aber auch eine genaue Vorstellung von einem Offensivspiel. Durch tiefes Stehen in der eigenen Hälfte sollen die Räume zwischen den einzelnen Spielern so eng gemacht werden, dass kein schnelles Offensivspiel des Gegners möglich ist. Mittlerweile hat der Begriff Catenaccio allerdings nicht mehr viel zu tun mit dem, was Rappan, Herrera & Co. einst praktizierten. Vielmehr ist der Catenaccio heute zu einem Begriff für einen sehr defensiven, destruktiven Fußball geworden. Unter Trainer Roberto Di Matteo bediente sich beispielsweise Chelsea in den Champions-League-Partien gegen Barcelona und Bayern München 2012 dieses legitimen Mittels, um den als stärker angesehenen Kontrahenten zu bezwingen.

35.Der Kaiser

Franz Beckenbauer ist „Der Kaiser“. Aber wie kam Beckenbauer zu diesem herrschaftlichen Namen? Oft wird folgende Geschichte als Geburtsstunde des „Kaisers“ erzählt: Bei einem Freundschaftsspiel des FC Bayern München in Wien wurde Beckenbauer für Fotoaufnahmen neben einer Büste des ehemaligen österreichischen Kaisers Franz I. platziert. In einem von Sepp Graf verfassten Artikel wurde er als „Fußball-Kaiser“ bezeichnet, woraufhin sich die Bezeichnung „Kaiser“ rasch verbreitete und verselbständigte. Allerdings entstand die Aufnahme erst nachdem Beckenbauer der deutsche Fußball-Kaiser war. Beckenbauers Krönung zum Kaiser muss also andere Gründe haben. Am 14. Juni 1969 wird Beckenbauer zum "Kaiser". Im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Schalke 04 kann er den „König von Westfalen", Libuda, nur durch einen Griff an dessen Hose stoppen - für die Anhänger der Knappen eine Majestätsbeleidigung. "Das Pfeifkonzert ließ mich beinahe in die Erde kriechen", sagt Beckenbauer später. Aber eben nur beinahe: Er läuft in die Richtung der wütenden Schalke-Fans, lupft den Ball, lässt ihn vom rechten auf den linken Fuß tanzen, auf den Kopf und wieder zurück. Vierzig lange Sekunden dauert diese Demonstration von Arroganz und Lässigkeit, die Beckenbauer den Namen „Der Kaiser“ verschafft. Kein gegnerischer Spieler greift ein, obwohl das Spiel normal weiterläuft. „Der Kaiser“  -  so wird Beckenbauer zum ersten Mal überhaupt in den anschließenden Spielberichten der Münchener Medien genannt. (Die Welt; Die besten Bayern)

36.Salatschüssel

Als „Salatschüssel“ oder auch „Schüssel“ wird die Meisterschale im deutschen Fußball bezeichnet. Manch einer nennt sie auch despektierlich die hässlichste Salatschüssel der Welt. Sie ersetzt die im zweiten Weltkrieg verschwundene Viktoria und wird seit 1949 an die jeweils beste Mannschaft der jeweiligen Bundesligasaison verliehen - obwohl die Viktoria (diese wurde von 1903 bis 1944 verliehen) nach der Wiedervereinigung wieder auftauchte. Der 1. FC Nürnberg musste 1948 als Meister ohne Trophäe auskommen. Im Gegensatz zu anderen Ligen, in denen die Meister mit einem Pokal geehrt werden, erhalten die deutschen Meister die „Schüssel“, auf der alle Meister seit 1903 eingraviert sind. Ein offensichtliches Manko: Man kann nicht daraus trinken, auch wenn der ein oder andere Spieler das bereits mittels Strohhalm erfolgreich bewerkstelligt hat. Von der Meisterschale existieren mehrere Duplikate, die sich im Besitz jener Vereine befinden, die mehrfach Meister geworden sind. Haben am letzten Spieltag mehrere Mannschaften eine Meisterschafts- Chance, kommen die Duplikate zum Einsatz. Das Original ist als Wanderpokal jeweils im Besitz des aktuellen Meisters.

37.Bogenlampe

Eine Bogenlampe bezeichnet einen Schuss, bei dem der Ball in sehr hohem Bogen (oft mit viel Effekt) zu einem Mitspieler oder ins Tor fliegt. Der Name entstand in Anlehnung an die Bogenlampe, eine künstliche, elektrische Lichtquelle mit einem in der Luft brennenden Lichtbogen zwischen zwei Elektroden aus Graphit. Das Licht macht einen ebensolchen Bogen wie die Flugkurve des Balles bei einer Bogenlampe. (Was weiß der Geier?: Bedeutung und Herkunft von Redewendungen, Brucker) Die Bogenlampe des eigenen Spielers, die sich hinter Torwart Piplica von Energie Cottbus ins eigene Tor senkte, ist ebenso unvergessen, wie die Bogenlampe Marco van Bastens, mit der er den Holländern 1988 zum Europameistertitel gegen die Sowjetunion schoss.

38.Flügelflitzer

Ein Flügelflitzer ist ein Spieler, der an der Außenbahn ein großes Laufpensum absolviert. In der Positionssprache des Fußballs sind Bezeichnungen für Spielerposition und deren Beschreibungen vorhanden - auch wenn sie nur einen kleinen Teil der Fußballsprache ausmacht und eher als statisch  zu bezeichnen ist.  Zu den wenigen Wörtern aus diesem Bereich, die eine gewisse Dynamik ausdrücken, gehören die Bezeichnungen der Angriffspositionen sowie einige zumTeil metaphorische Umschreibungen wie der Begriff des „Flügelflitzers“ (Armin Burkhardt; Der deutsche Fußball und seine Sprache). „Flügelflitzer“ absolvieren nicht nur ein hohes Laufpensum, sie beherrschen zumeist auch das Dribbling auf der Außenbahn und liefern durch gezielte Flanken Torvorlagen.

39.Sechser

„Sechser“ wird im Fußball die Position des (oder der) defensiven Mittelfeldspielers genannt. Ihren Ursprung hat die Bezeichnung im sogenannten WM-System – einer taktischen Ausrichtung, die in den 1920er Jahren durch den englischen Trainer Herbert Chapman geprägt worden war. Zu jener Zeit waren die einzelnen Spielerpositionen ganz klar bestimmten Rückennummern zugeordnet. So lief einer der Außenläufer – welche in der Aufstellung die Spitze des defensiv stehenden M bildeten – traditionell mit dem Trikot mit der Nummer sechs auf. In den modernen Spielsystemen ist die Positionierung der einzelnen Spieler nicht mehr an die Ziffer auf der Rückseite ihres Trikots gebunden, was auch schon allein dahingehend Schwierigkeiten bergen würde, als dass nicht zwangsläufig nur ein defensiver Mittelfeldspieler auf dem Platz steht. Gerade die Bezeichnung „Sechser“ wurde in der jüngeren Vergangenheit aber wieder zunehmend populärer – vielleicht auch deshalb, weil Akteure dieser Position heutzutage nicht mehr nur als „Zerstörer“ oder „Ausputzer“, sondern ebenfalls als Spielgestalter gelten und somit eine zentrale Rolle auf dem Fußballplatz einnehmen. Ob ein Trainer seine Mannschaft mit einem, zwei oder gar drei „Sechsern“ agieren lässt, ist dabei natürlich vom vorhandenen Spielermaterial und der gewünschten taktischen Einstellung abhängig.

40.Der Terrier

Hans-Hubert „Berti“ Vogts alias „Der Terrier“ wurde am 30. Dezember 1946 in Büttgen geboren. Als Spieler bestritt Vogts von 1965 bis 1979 insgesamt 419 Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach, wurde mit den Fohlen fünf Mal Deutscher Meister und hat außerdem zwei UEFA-Pokalsiege, einen DFB-Pokalerfolg sowie je einen Welt- und Europameistertitel in seiner Vita stehen. Auf dem Trainerstuhl feierte er seinen größten Erfolg, als er die Deutsche Nationalmannschaft 1996 zum Europameistertitel lotste.  Betrachtet man die Statur und besonders die Frisur, die zu aktiven Zeiten sein Haupt schmückte, wäre – ohne despektierlich zu sein – vielleicht „Pudel“ die näherliegende Wahl für einen Beinamen gewesen. Den Spitznamen „Terrier“ aber verdiente sich der Verteidiger durch seine kampfbetonte Spielweise, mit der er seine Gegenspieler anging und sich an ihnen beinahe festzubeißen vermochte. Sein früherer Vereinstrainer, Hennes Weisweiler, charakterisierte den 1,68 kleinen Abwehrstrategen folgendermaßen: "Berti hat nicht mal besonders viel Talent, aber er ist mutig, ehrgeizig, fleißig, diszipliniert und gewissenhaft.“ Während seiner Zeit als aktiver Nationalspieler war Vogts auf dem Platz für die Drecksarbeit zuständig, um Franz Beckenbauer den Rücken freizuhalten. Seine in der Außenwahrnehmung eher unrühmliche Rolle betrachtete er stets mit einer gehörigen Portion Selbstironie: „Wenn der Franz Beckenbauer in einen Raum kommt, dann geht das Licht an. Ich muss erst einmal den Schalter suchen." 

41.Titan

Im Laufe seiner Karriere ist Oliver Kahn (* 15. Juni 1969 in Karlsruhe) durch verschiedenste Eigenarten aufgefallen. Vielen ist der ehemalige Nationaltorhüter durch seine kontroverse Art – sowohl auf als auch neben dem Platz – in Erinnerung geblieben. Sei es der Kung-Fu-Tritt in Richtung Stephane Chapuisat, der Bissversuch an Heiko Herrlich oder auch der legendäre Eckfahnenjubel: Seine gesamte Laufbahn hindurch lebte Kahn seine beinahe manische Leidenschaft aus, machte sein exzentrisches Auftreten fast schon zu seinem Markenzeichen. In erster Linie ist Oliver Kahn aber durch seine überragenden sportlichen Leistungen im Gedächtnis geblieben, die ihm schlussendlich auch den Spitznamen „Titan“ eingebracht haben. Entstanden ist dieser Beiname im Zuge der Weltmeisterschaft 2002, bei welcher der gebürtige Karlsruher die Deutsche Nationalmannschaft – flankiert von Michael Ballack und Miroslav Klose – überraschend bis ins Endspiel geführt hatte und dabei in den ersten sechs Partien lediglich einmal hatte hinter sich greifen müssen. Die Liste seiner sportlichen Erfolge erscheint schier endlos. Auch im Umgang mit den Medienvertretern war der „Titan“ stets gut für anekdotenwürdige Interviews. Sprüche wie „Eier, wir brauchen Eier“ haben sich im Laufe der Zeit verselbstständigt. Heute arbeitet Kahn selbst beim Fernsehen und steht bei Fußballübertragungen als Experte zur Verfügung.

42.Bomber der Nation

Im ersten Moment und in Verbindung mit der falschen Assoziation mag „Bomber der Nation“ wie einer der martialischsten Spitznamen der Sportgeschichte erscheinen – unter Berücksichtigung der Laufbahn sowie der Fähigkeiten seines Trägers ist er aber durchaus plausibel. Stürmer Gerd Müller verdiente sich diese Bezeichnung durch seine unvergleichliche Torquote, aber auch durch seine für einen Spitzenathleten etwas ungewöhnliche Körperform. In der Saison 1971/72 standen am Ende ganze 40 Bundesligatore in der Statistik des damaligen Bayern-Angreifers – bis heute bedeutet das einen Bundesligarekord. Insgesamt netzte „kleines dickes Müller“, wie er von Trainer Zlatko Čajkovski liebevoll genannt wurde, allein in der deutschen Beletage 365 Mal und brauchte dafür lediglich 427 Einsätze, die er allesamt für den FC Bayern München bestritt. Überragende Antizipation sowie die Fähigkeit, sich mit dem Rücken zum Tor zu positionieren, um dann mit einer Drehung um die eigene Körperachse zum Abschluss zu kommen, zeichneten Gerd Müller ebenso sehr aus wie seine baumstammdicken Oberschenkel. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene durfte der gebürtige Nördlinger so viele Pokale in die Luft stemmen, dass die Oberkörpermuskulatur wohl keines weiteren Trainings bedurfte: Weltmeister 1974, Europameister 1972, Weltpokalsieger 1976, drei Titel als Europapokalsieger der Landesmeister, vier deutsche Meisterschaften, vier DFB-Pokalsiege und zusätzlich etliche Torjägertrophäen – eine Ausbeute, für die ein einziger Trophäenschrank wohl nicht ausreichen dürfte. 

43.Die Katze von Anzing

Immer für einen Spaß zu haben, nicht auf den Mund gefallen – und nebenher Rekordnationalspieler auf der Torhüterposition. „Die Katze von Anzing“ – bürgerlich Josef Dieter „Sepp“ Maier (*28. Februar 1944 in Metten) – war vielleicht der Vorreiter heutiger Fußballunterhalter. Ob auf Entenjagd im Münchner Olympiastadion oder beim Foppen der deutschen Journalistenriege – Maier war nie darum verlegen, sich in den Vordergrund zu spielen. Noch dazu war er ein Meister des Torwartspiels, gehörte gemeinsam mit Größen wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Co. zur goldenen Generation des FC Bayern München in den siebziger Jahren. Seine Titelsammlung liest sich wie die vollständige Aggregation des Spitzenfußballs. Neben Welt- und Europameistertitel gewann er unter anderem drei Mal in Serie den Europapokal der Landesmeister, den Vorgängerwettbewerb der heutigen Champions League. Nach seiner aktiven Zeit – die aufgrund eines Autounfalls ihr jähes Ende fand – war Maier daran gelegen, sein Wissen und seine Erfahrungen an folgende Generationen weiterzugeben. Sowohl beim FC Bayern als auch bei der Nationalmannschaft bekleidete der Schnupftabak-Fan den Posten des Torwarttrainers, gewann im Trainerteam Beckenbauers im Jahr 1990 erneut den WM-Titel. Seine Degradierung vor der Heim-Weltmeisterschaft 2006 kam der Majestätsbeleidigung gleich – zumindest aus Maiers subjektiver Perspektive. Für den damaligen DFB-Teamchef, Jürgen Klinsmann, fand er ob seiner Absetzung harsche Worte: „Klinsmann ist ein linker Schleimer“, gab Maier damals zu Protokoll. 

44.Torfabrik

Es ist kein Werk, in dem Fußballtore produziert werden, sondern metaphorisch gesehen, eine Mannschaft, die in ihren Spielen besonders viele Tore erzielt. Ebenso kann ein einziger Spieler, der besonders viele Treffer vorweisen kann, Torjäger, oder auch eben eine Torfabrik sein. Quasi eine 1-Mann-Fabrik. Häufig wird dieser Begriff als ehrende Betitelung dem Namen des besten Torschützens der eigenen Mannschaft in den obligatorischen Duetten von Fan-Chören und Stadionsprecher hinzugefügt. Dies passiert häufig, wenn „der Spieler vom Stadionsprecher beim gemeinsamen Vortrag der Mannschaftsaufstellung vor Spielbeginn oder während des Spiels als Torschütze genannt wird.“(Burkhardt, Armin: Wörterbuch der Fußballlsprache. 2006) Viele erinnern sich noch gerne an die Eintracht- Braunschweig-Torfabrik „Kumba“ Domi Kumbela. Einer der aktuellen Torfabriken der Löwen ist Emil Berggreen mit 5 Toren in 13 Spielen. Doch ist die „Torfabrik“ auch anderweitig begrifflich einzuordnen. Zum Beispiel das  Fußballmodell namens „Torfabrik“ vom Hersteller Adidas, welches seit der Saison 2010/11 der einheitliche Spielball der Bundesliga war. Da dieser qualitativ während der WM in Südafrika 2010 unter Kritik stand, wurde zur Saison 2011/12 ein neues überarbeitetes Modell des Balls herausgebracht. Seit seiner Überarbeitung ist die Resonanz auf den Ball sehr positiv, besonders gut hervorgehoben, wird  hierbei seine stabile Flugkurve.

45.mauern

Mauern beschreibt ein fußballerisches Phänomen, bei dem sich ein – sportlich meist unterlegenes – Team weit in die eigene Spielhälfte zurückzieht, dem Gegner das Handlungszepter überlässt und mit der gesamten Mannschaftsstärke verteidigt, um einen knappen Vorsprung über die Zeit zu retten oder den Schaden möglichst gering zu halten. Auf der anderen Seite kann diese defensive Haltung genutzt werden, um den Gegner zu „locken“ und somit nach Ballgewinn selbst schnell in die Offensive umzuschalten. Dies beschreibt die Grundlage des Catenaccio – der wohl berühmtesten Form einer defensivorientierten fußballerischen Darbietung. Berühmtheit erlangte das Catenaccio durch den Trainer Helenio Herrera, der mithilfe dieser Spieltaktik Inter Mailand zu großen Erfolgen verhalf. Seinen Ursprung hat dieses System im so genannten Schweizer Riegel, der in den 1930er Jahren vom österreichischen Trainer Karl Rappen erdacht wurde. Gemeinhin gilt die Mauer-Taktik als eher unattraktiv für den neutralen Zuschauer. Wenn die mauernde Mannschaft aber das Konter- beziehungsweise das Umschaltspiel beherrscht, können punktuell blitzartig gefährliche, mitunter entscheidende Situationen entstehen, denen ein jeder Fußballrezipient etwas abgewinnen kann. Für Fußballpuristen und Taktiker dagegen hat diese Spielweise aufgrund ihres möglichen Nutzens aber ohnehin einen anderen Wert.

46.Erfolgsfan

Unter Fußballanhängern, die ihr Fandasein und die damit verbundene Treue zum Verein ihrer Wahl Ernst nehmen, ist der sogenannte Erfolgsfan – sagen wir – verpönt. Der Ursprung dieser Abneigung liegt vor allem darin begründet, dass der Erfolgsfan bei kurzfristigen sportlichen Höhen eines bestimmten Vereins als Trittbrettfahrer fungiert. Er deckt sich schnellstmöglich mit Fanbekleidung und anderen Vereinsdevotionalien des Clubs ein, eignet sich womöglich im Crashkurs gern gesungene Schlachtrufe sowie historische Eckdaten an und täuscht vor, die von den „wahren“ Fans gelebten Werte quasi mit der Muttermilch aufgenommen zu haben. Jeder, der sich Anhänger eines bestimmten Vereins nennt, hat irgendwann einmal mit dem „Fansein“ begonnen. Als echter Erfolgsfan outet sich erst derjenige, welcher sich weigert, nach oben genanntem Hoch auch sportliche Talfahrten mitzumachen. So sehr der temporäre Erfolg nämlich seine spontane Motivation zur Unterstützung entfacht – frei nach der Devise: „Da muss ich jetzt auch dabei sein“ –, so schnell schwingt diese Triebkraft bei Misserfolg wieder in Gleichgültigkeit um. Ist das der Fall, springt der Spontanfan sofort wieder von seinem Trittbrett ab und wendet sich anderen Dingen zu. Der Erfolgsfan ist somit nur an einer Seite des Fanseins interessiert, nämlich der Endorphinausschüttung, bedingt durch das gute sportliche Abschneiden des gewählten Vereins. Selbigen auch durch schlechte Zeiten – beispielsweise in Form eines Abstiegs – zu begleiten, ist für „wahre“ Fans selbstverständlich und unterscheidet sie damit signifikant von den Erfolgsfans.

47.12. Mann

Er ist genauso wichtig wie der Ball selbst. Ohne ihn gäbe es kein echtes Fußballspiel. Er ist der unabdingbare Gegenpart, die Quelle der Emotionen. Ohne ihn wäre Fußball nicht das, was es ist. Er ist unverzichtbar: Der „12. Mann“. Dabei ist nicht die Rede von einem  unerlaubt mitwirkenden zusätzlichen Spieler, sondern von dem „Fan“ als solches. „Fans gehen nicht ins Stadion, um unterhalten zu werden. Sondern weil sie singen und brüllen, weil sie Akteure sind, im besten Fall sogar der 12. Mann, der mithilft, das Spiel umzubiegen.“ (11 Freunde Juni, Juli 2005) Weil sich die Fans als Teil der eigenen Mannschaft bzw. des eigenen Vereins und damit auch als Teil des Fußballgeschehens verstehen, leisten sie auf sehr vielfältige Weise ihren Beitrag zum Sportereignis und inszenieren sich zugleich entsprechend als „zwölfter Mann“. (Burkhardt, Armin: Das Wörterbuch der Fußballsprache. 2006) Kein richtiger Fan wird heute in ein Fußballstadion gehen, ohne durch das Mitbringen eines Fanschals in den Vereinsfarben die eigene Zugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen. Fußballspiele sind heute – zumindest in den höheren Ligen und in internationalen Wettbewerben – Großveranstaltungen mit Zehntausenden Besuchern und aufwändiger Medienpräsenz. Das Stadion oder genauer: die Stadiontribüne ist nicht der Ort der bloß passiven Zuschauer, sondern der aktiven Fans. Sie unterstützen ihr Team sowohl akustisch als auch optisch auf vielfältige Weise und haben am Ende- zumindest mental- auch an Sieg oder Niederlage teil. (Duden; Flickflack, Foul und Tsukahara. Der Sport und seine Sprache. 2009)

48.Phantomtor

Ist es Wirklichkeit, oder nur eine Erscheinung? Was man aus dem weltbekannten Musical von Andrew Lloyd Webber kennt, gibt es auch im Fußball: Das Phantom. Besser gesagt, das Phantomtor. Es leitet sich vom griechischen „Phantasma“ oder auch „Phantasie“ ab, was eine unwirkliche Erscheinung oder auch eine Einbildung bedeutet. Das Phantomtor wird als solches bezeichnet, wenn ein Tor vom Schiedsrichter anerkannt wird, obwohl der Ball nicht den Regeln nach die Torlinie überquert hat. Als die „Mutter aller Phantomtore“ gilt das berühmte „Wembley-Tor“ von 1966. Im Weltmeisterschaftsfinale standen sich Deutschland und England gegenüber. Geoff Hurst erzielte in der Verlängerung das 3:2 für die Engländer. Bis vor einigen Jahren war nie wirklich geklärt: War der Ball drin oder nicht? Erst eine Computersimulation brachte Klarheit. Der Ball war NICHT drin! Seine Premiere in der Bundesliga hatte das Phantomtor durch Thomas Helmer 1994 in der Partie Nürnberg gegen Bayern München. Helmer hatte nach einer Ecke den Ball in einer unübersichtlichen Szene neben das Tor geschossen. Jeder sieht es, außer der Schiedsrichter. Dieser entschied für die Bayern, die das Spiel mit 2:1 gewannen. Die Situation der beiden Mannschaften erwies sich mehr als heikel. München kämpfte um die Meisterschaft, die Nürnberger gegen den Abstieg. Diese brisante Konstellation und der knappe Ausgang des Spiels machten eine Wiederholung notwendig. Diese verloren dann die Nürnberger eindeutig mit 5:0, Bayern München wurde Meister. (Handelsblatt online, Chip im Ball: Das Phantomtor von Thomas Helmer) 

49.Ein Delling

Sie sind wie Ernie und Bert. Sie gehören zum Fußball, wie der Kaiser zum Franz und der Ball zum Tor. Die Rollenverteilung ist klar: Gerhard Delling gibt den devoten Hofnarren und Günter Netzer den altersweisen Fußballgott am Expertentisch. Beide sind zum Kult- Kommentatoren- Gespann in der Fußball- Fernsehgeschichte avanciert. Gerade in der Sportschau des ARD macht Delling stets eine gute Figur, auch wenn der Fokus hierbei auf seinen Holzhammer- Überleitungen liegt. Nach dem Motto: „Es kann nur einen Delling geben!“, sorgt er mit nicht immer ganz gelungenen, aber ideenreichen Überleitungen für eine One-Man-Show. Seine Kommentare sind mittlerweile so legendär geworden, dass sich die Bezeichnung „Ein Delling“ langsam aber sicher in das Vokabular jedes deutschen Fußballfreundes ausgebreitet hat. Die einen nervt Delling mit seinen übertriebenen Metaphern und zu krampfhaften Überleitungen. Für die anderen gibt es nichts Schöneres, als solche im Fernsehen und im Alltagsgeschehen als einen „Delling“ zu identifizieren. Ein paar schöne Beispiele sind schnell gefunden. Philipp Lahm rettet bei einer Großchance Ghanas „mit dem allerletzten Beinhaar!“, „Özil hat schon gewesen worden sein können- oder wie auch immer.“ Nach dreizehn Jahren war dann Schluss mit der liebevollen Konversation vor der Kamera. Netzer verließ 2010 den berühmten runden Expertentisch. Gerhard Delling hingegen bleibt und findet – wie könnte es auch anders sein – die passenden Worte. „Irgendwann muss man einsehen, dass es nicht mehr geht, aber darin bin ich nicht so gut.“

50.Rudelbildung

Ein überhartes physisches Einsteigen, Unzufriedenheit mit einer Schiedsrichterentscheidung, Frust: Jeder, der in seinem Leben einmal selbst im organisierten Wettkampf gegen den Ball getreten hat, kennt diese Elemente, die den Sport unweigerlich emotional werden lassen. Unabhängig von der Vereinszugehörigkeit oder Spielklasse sind sie allgegenwärtig, unvermeidbar und irgendwie gehören sie auch dazu. Die häufige Folge der hervorgerufenen Gefühlsregungen: Die so genannte Rudelbildung. Dieser Begriff beschreibt nicht etwa das kollektive Jagdverhalten einer Gruppe von Raubtieren; im sportlichen Kontext bedeutet Rudelbildung die Gruppendynamik, die bei strittigen Spielunterbrechungen – meist hervorgerufen durch eine der oben erwähnten Vorkommnisse – entstehen kann. Für das Gespann der Unparteiischen ist es – ob der Anzahl der Folgevergehen, die während der Rudelbildung passieren – mitunter schwierig, die Übersicht zu behalten und somit die angemessenen Sanktionen zu verhängen. „Im Fußball ist die Rudelbildung ein Regelverstoß, der üblicherweise mit einer Bestrafung geahndet wird. Zur Deeskalation beziehungsweise Gewaltprävention empfiehlt der Deutsche Fußball-Bund seinen Schiedsrichtern, bei einer Rudelbildung nicht in den Spielerpulk hineinzugehen, sondern den lauten Einsatz der Pfeife und das Zeigen der Gelben beziehungsweise Roten Karte. Dabei sollen vor allem die Spieler bestraft werden, ‚die eine große Distanz zurücklegen, um sich an der Konfrontation zu beteiligen.“ (Wikipedia)

51.Tiki Taka

Der Begriff „Tiki Taka“  stammt aus dem Spanischen und entspricht dem Klang verzierter Kugeln, die an einem Band immer wieder durch ruckartige Bewegungen aneinander geklickt werden. Dies erzeugt das „Tiki Taka“ Geräusch. Im Fußball ist „Tiki Taka“ auf den Kommentator Andrés Montés zurückzuführen. Er hatte bei der Fußball-WM 2006 diesen Ausdruck erwähnt, um seiner Begeisterung für das spanische Kurzpassspiel Ausdruck zu verleihen. Er beschrieb jede Ballberührung lautsprachlich: „Tiqui Taca Tiqui Taca Tiqui Taca […] Ratatatatata … Goooooool Gooooooool […]“ Der „Tiki Taka“ ist einfach zu beschreiben: schnelles Passspiel, möglichst unmittelbar bei der Ballannahme. Die gegnerische Mannschaft läuft praktisch immer nur dem Ball hinterher und zermürbt sich dabei, ohne eine Chance zu haben, an den Ball zu kommen. Neben der spanischen Nationalmannschaft gilt der FC Barcelona als ursprünglicher Vertreter des „Tiki Taka“, der zunehmend von anderen Mannschaften kopiert wird. Pep Guardiola, seines Zeichens Spitzenspieler bei Barcelona, Stellvertreter für den Perfektionismus des „Tiki Taka“ und Trainer bei Barcelona und FC Bayern München setzt auf das Kurzpassspiel. Voraussetzung für das Gelingen der Taktik ist eine ausgefeilte Spielertechnik, die präzise Pässe erlaubt. Dazu gehört eine zuverlässige Defensive, die im Falle des Ballverlustes Konter vereitelt. Mittlerweile steht der „Tiki Taka“ aber auch in der Kritik, da das auf Ballbesitz ausgelegte, geduldige Kurzpassspiel oftmals wenig attraktiv ist und lediglich darauf abzielt, dem Gegner keine Torchance zu ermöglichen. In Anlehnung an den Catenaccio wird dieser defensive Ballbesitz auch als Tikinaccio bezeichnet. (Quelle: Spielverlagerung.de) 

52.Die Eisernen

"Die Eisernen" ist die Bezeichnung für die Spieler des 1. FC Union Berlin. Ein Ursprung für die Bezeichnung “Die Eisernen“ liegt auch im Schlachtruf des 1. FC Union: "Eisern Union!" Der Begriff "Eisern Union!" ist ganz eindeutig nicht mehr zu klären, da er schon sehr lange in der Vereinsgeschichte existiert. Es gibt aber eine Vermutung, die sich dann auch im Intro der gleichnamigen Union-Vereinshymne, gesungen von Nina Hagen, niederschlägt. Tatsächlich soll es so gewesen sein, dass während eines Spiels bei dem die Union zurücklag, ein Zuschauer aufstand und seine Jungs mit den Worten: „Eisern, Union!“ motivierend beistehen wollte. In der Folgezeit wurde bei Union- Spielen dieser Ausruf so oft wiederverwendet, bis er sich bei den Fans eingebürgert hatte. „Eisern“ bringt einen Bezug zu den „Schlosserjungs“ der Vereinsgeschichte. Viele Zuschauer und auch einige Spieler selbst waren in den Fabriken des Industriegebiets beschäftigt, die nicht nur viel mit dem Werkstoff Eisen zu tun hatten, sondern eben oft auch einen harten Arbeitsalltag erforderten. Der 1. FC Union war ein Arbeiterverein, der durch den Kampf erfolgreich war, trotzdem zu den „Kleinen“ Vereinen gehörte und so eisern sein musste, um zu überleben. Welche ambivalente Bedeutung dieser vermeintlich harmlose Ruf tatsächlich hatte, beinhaltet die Tatsache, dass der Name „Die Eisernen“ Ende der 1970er-Jahre offiziell verboten wurde, da er rechtsradikales Gedankengut übertragen könnte. Dennoch sind „Die Eisernen“  heute ein geschützter und eingetragener Markenname, welcher aktiv von dem Verein genutzt werden darf.

vor67nach

Innerhalb der SAMMLUNGFUSSBALL eröffnen wir die Ausstellung vor67nach mit Begriffen aus dem Umfeld von Eintracht Braunschweig.

Kabinett Finanzen - im Geschäftsbericht 2012 der Braunschweigischen Landessparkasse

Einen schönen Rückblick auf das Kooperationsprojekt "Kabinett Finanzen" zwischen der Braunschweigischen Landessparkasse und dem WORTMUSEUM gibt der Artikel im aktuellen Geschäftsbericht. Erinnerungen werden wach - schön war's und ist's, lesen lohnt.

Sparbuch des Finanzwortschatzes

Über das Druckwerk "Kabinett Finanzen" aus dem Appelhansverlag

 

Anhören:

Das gesprochene Wort

Wechselnde Einzelexponate aus dem Kabinett Finanzen zum Nachhören:

 

Mark | Kies

Moos auf der hohen Kante

Der zusammenfassende Beitrag von Radio Okerwelle über den Vortrag von Prof. Dr. Armin Burkhardt in der Braunschweigischen Landessparkasse vom 16. Mai 2012 zum Anhören:

Wort Sprache Lesen

Schulprojekt 2013

 

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Bericht über das WORTMUSEUM

rbb Kulturradio

 

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Identität und Strategie

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